Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick

  • Arbeitslose insgesamt: 10.517 (+482 zu Mai 2022, – 590 zu Juni 2021)
  • Arbeitslosenquote: 8,2%
  • Ohne ukrainischer Geflüchtete: Rückgang der Arbeitslosigkeit um 1,7% zu Mai 2022 und 11,2% zu Juni 2021
  • Gemeldete freie Stellen: 3.371
  • Niedrigste Arbeitslosenquote: Röbel (6,4%)
  • Höchste Arbeitslosenquote: Neubrandenburg (10,7%)

Stephan Bünning, stellvertretender Leiter der Arbeitsagentur Neubrandenburg: „Der Arbeitsmarkt in MSE zeigt sich weiter in robuster Verfassung. Lediglich ukrainische Geflüchtete lassen die Zahl der Arbeitslosen steigen.“ Sorgen bereiten allerdings die globalen Herausforderungen für die Unternehmen wie Schwierigkeiten bei den Lieferketten, steigende Produktionskosten und die Folgen des Krieges in der Ukraine. „Schon jetzt zeigt sich, sagte Bünning, „dass Unternehmen angesichts drohender wirtschaftlicher Einbußen durch die unsichere Lage zurückhaltender bei den Neueinstellungen werden. Dennoch bleibt der Bedarf nach neuen Mitarbeitern in vielen Branchen hoch.“ Aber auch demografische Herausforderungen werden in der Zukunft den Wirtschaftsstandort belasten: „Der bereits heute in einzelnen Branchen und Regionen herrschende Fachkräftemangel wird sich aller Voraussicht nach weiter verschärfen“, prognostiziert Bünning.“ Nach Berechnungen der Neubrandenburger Arbeitsagentur werden in den kommenden zehn Jahren mehr als 16.000 Arbeitskräfte fehlen. „Und das ist nur der Ersatzbedarf, weil mehr Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden als nachrücken.“

Arbeitsmarktdaten für Geflüchtete aus der Ukraine
Aktuell werden 1.037 erwerbsfähige UkrainerInnen in der Agentur für Arbeit Neubrandenburg im SGB II oder SGB III betreut – fast alle im Rechtskreis SGB II. „Erstmals seit Beginn des Kriegs in der Ukraine macht sich die Flüchtlingsbewegung in der Arbeitsmarktstatistik der Seenplatte bemerkbar“ sagte Bünning. Denn seit Juni werden die aus der Ukraine Geflüchteten nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sondern im Sozialgesetzbuch (SGB) II – in den Jobcentern des Landkreises – erfasst. Bis zum Statistikstichtag im Juni stehen dem Arbeitsmarkt grundsätzlich 861 Personen aus der Ukraine zur Verfügung, sind also arbeitsuchend, arbeitslos sind darunter 673.

Für die kommenden Sommermonate erwartet Bünning aus zwei Gründen einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen: „Ein Grund ist das Ende der Ausbildung vieler junger Menschen. Sie melden sich vorübergehend arbeitslos, finden aber meist schnell eine Arbeit. Erste Anzeichen für diese Übergangsarbeitslosigkeit gibt es schon: Die einzige Gruppe – im SGB III – in der die Arbeitslosigkeit im Juni nicht gesunken, sondern geringfügig um 4% angestiegen ist, sind Menschen unter 25 Jahren. Hinzu kommt die Arbeitslosmeldung der Ukraine-Geflüchteten.  Bünning ist jedoch zuversichtlich: „Die UkrainerInnen treffen auf einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.“ Dennoch gibt es Hürden – die vor einer Arbeitsaufnahme überwunden werden müssen. „Die Sprachbarriere zählt ganz sicher zu den Größten. Für viele Arbeitsstellen braucht es zumindest vage Deutschkenntnisse. Auch die Anerkennung der ukrainischen Berufsabschlüsse wird nicht in ein paar Tagen gelingen. Aber: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist bereit und gut aufgestellt, um den Betroffenen schnell und unbürokratisch Hilfe und Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt zukommen zu lassen. Gerade auch mit Blick auf Sprachvermittlung und berufliche Qualifikation“, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Fast 3.400 gemeldete freie Arbeitsstellen
Im Landkreis MSE ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vormonat gestiegen. Zurzeit gibt es 3.371 freie Arbeitsstellen, 5 mehr als im Mai 2022 und 481 mehr als im Juni 2021.

Die größte Nachfrage gab es im Juni aus den Bereichen: verarbeitendes Gewerbe (450 freie Stellen ); Baugewerbe (425); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (420); Gastgewerbe (390), Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (351).

Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2021 bis Juni 2022 meldeten sich bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Landkreis 1.140 BewerberInnen für eine Ausbildungsstelle. Das waren 72 mehr als im Vorjahreszeitraum (+7%). Gleichzeitig waren 1.659 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 53 oder 3% mehr als im Vorjahresmonat.

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