Feierlicher Abschluss des Breitbandausbaus in fünf Projektgebieten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Mehr als 2.600 Kilometer Glasfaser wurden verlegt, über 16.000 Anschlüsse erstellt – am 11.05.2026 wurde in Altentreptow feierlich der Abschluss des von Bund und Land geförderte Breitbandausbaus in fünf Projektgebieten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gefeiert.

„Ein leistungsfähiges Breitbandnetz ist heute kein optionales Extra mehr, sondern ein wichtiger Standortfaktor für unseren ländlichen Raum. Nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern insbesondere auch für die Wirtschaft“, sagte Landrat Thomas Müller bei seiner Begrüßung in der Stadtbibliothek Altentreptow. Gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung sei die Frage nach hohen Übertragungsraten für viele Unternehmen von zentraler Bedeutung. Insgesamt wurden in den fünf Projektgebieten 471 Gewerbe an das Glasfasernetz angeschlossen.

Durch den Anschluss von 21 Schulen seien zudem die Lehr- und Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler deutlich verbessert worden: „Wenn wir junge Menschen in der Region halten, oder Familien zum Zuzug bewegen möchten, dann darf unsere digitale Infrastruktur nicht schlechter sein als in den Städten.“ Müller dankte der Staatssekretärin für Inneres und Bau M-V, Ina-Maria Ulbrich, sowie den neu-medianet Geschäftsführern Ingo Meyer und Olf Häusler für die gute Zusammenarbeit.

„Als Bund und Land das Förderprogramm aufgelegt haben, waren wir in Neubrandenburg bereits mitten im Glasfaserausbau. Wir konnten also auf wertvolle Erfahrung zurückgreifen und wussten, dass wir ein Projekt dieser Größenordnung im Ausbaugebiet erfolgreich umsetzen können“, blickte neu-medianet Geschäftsführer Ingo Meyer zurück. Die neu-medianet GmbH, ein Tochterunternehmen der Neubrandenburger Stadtwerke, hatte den von Bund und Land geförderten und durch den Landkreis koordinierten Ausbau in den Projektgebieten Stavenhagen-Land, Burg-Stargard-Trollenhagen, Friedland, Altentreptow und Penzlin-Kratzeburg ausgeführt. In den insgesamt siebeneinhalb Jahren Bauzeit seien so dafür rund 1.150 Kilometer Trasse und 2.636 Kilometer Glasfaser gebaut worden. Die Investitionssumme von Bund und Land in den fünf Fördergebieten beläuft sich auf rund 83 Millionen Euro.

Förderkulisse „WEiße-Flecken-Programm“

Seit 2015 stellt der Bund im Rahmen des sog. „Weiße-Flecken-Programms“ rund 17 Milliarden Euro Fördermittel für den flächendeckenden Breitbandausbau zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern koordinieren die Landkreise den Ausbau in den förderfähigen Gebieten, garantieren dem Bund gegenüber die Erreichung der Projektziele und stellen hierbei insbesondere einen diskriminierungsfreien Zugang über die gesamte Projektlaufzeit sicher.
Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden im Rahmen des Weiße-Flecken-Programms 20 Projektgebiete mit einer Gesamtfördersumme von Bund und Land in Höhe von rund 360 Mio. Euro festgelegt. Maßgebliches Kriterium für die Förderfähigkeit eines Gebietes gemäß den Breitbandleitlinien der EU ist die Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s verfügbare Internetgeschwindigkeit. Nur dann, wenn diese 30 Mbit/s unterschritten werden, handelt es sich um ein förderfähiges Gebiet. Eine weitere Fördervoraussetzung besteht darin, dass das Projektgebiet nicht ohnehin zeitnah durch ein Telekommunikationsunternehmen ausgebaut wird. Als Nachfolgeprogramm wurde im April 2023 die Gigabitförderung 2.0, das sog. „Graue-Flecken-Programm“, gestartet, in der der Schwellenwert auf eine Förderung auf mindestens 200 Mbit/s symmetrisch bzw. 500 Mbit/s im Download erhöht wurde. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat auch in diesem neuen Programm drei Projektgebiete definiert und nach erfolgreicher Antragstellung auf Bundes- und Landesförderung die vorläufigen Zuwendungsbescheide erhalten hat. Zurzeit befindet sich die Verwaltung noch in der Ausschreibungsphase.

Zahlen, Daten, Fakten:

Investitionssumme von Bund und Land für alle Projektgebiete: 82.952.038,67 €

Aufteilung:
Projektgebiet Erhaltene Fördermittel/ Förderquote Bund/ Förderquote Land
(inkl. Komm.Eigenanteil)
MSE 22_10 Stavenhagen-Land: 13.971.721,60 EUR/ 70%/30%
MSE 24_25 Burg Stargard-Trollenhagen: 16.526.944,00 EUR/ 60%/ 40%
MSE 24_21 Friedland: 18.331.504,38 EUR/ 70%/ 30%
MSE 24_22 Altentreptow: 15.233.852,18 EUR/ 60%/ 40%
MSE 24_23 Penzlin-Kratzeburg: 18.888.016,59 EUR/ 60%/ 40%

Bundesanteil: 54.524.931,02 EUR
Landesanteil (inkl. Kommunalem Eigenanteil): 28.427.107,65 EUR

Projektgebiet: gebaute Trasse/ verbautes Glasfaser/ erstellte Hausanschlüsse
MSE 22_10 Stavenhagen-Land: 255,82 km/ 589,55 km/ 3.403
MSE 24_25 Burg Stargard-Trollenhagen: 209,10 km/ 513,46 km/ 3.538
MSE 24_21 Friedland: 253,37 km/ 521,34 km/ 3.054
MSE 24_22 Altentreptow: 184,68 km/ 452,72 km/ 3.323
MSE 24_23 Penzlin-Kratzeburg: 246,48 km/ 558,96 km/ 3.220
Summe: 1.149,45 km/ 2.636,03 km/ 16.538

Projektgebiet: Schulen/ Gewerbe/ Sonstige öffentliche Gebäude
MSE 22_10 Stavenhagen-Land: 3/ 66/ 22
MSE 24_25 Burg Stargard-Trollenhagen: 4/ 63/ 19
MSE 24_21 Friedland: 3/ 114/ 28
MSE 24_22 Altentreptow: 5/ 129/ 29
MSE 24_23 Penzlin-Kratzeburg: 6/ 99/ 19
Summe: 21/ 471/ 117

Foto: LK MSE@Von links: neu.sw und neu-medianet Vertreter Ingo Meyer, Sören Schmidt, Lutz Jungnickel, Olf Häusler; Staatssekretärin im Ministerium für Inneres und Bau des Landes M-V Ina-Maria Ulbrich; Regionalleiterin des Projektträgers Aconium Christine Wetzel; Altentreptows Bürgermeisterin Claudia Ellgoth und Landrat Thomas Müller.

PM/LK MSE

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