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Landschaftsbau Dädelow GmbH erhält Inklusionszertifikat der Agentur für Arbeit

Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, gehört bei der Darguner Landschaftsbau Dädelow GmbH zum Arbeitsalltag.
Das Unternehmen setzt dabei auf die individuellen Stärken seiner Beschäftigten und hat mit der beruflichen Inklusion gute Erfahrungen gemacht.
Für dieses Engagement hat die Agentur für Arbeit Neubrandenburg die Landschaftsbau Dädelow GmbH am 16.10.2026 mit dem Inklusionszertifikat der Agentur für
Arbeit Neubrandenburg ausgezeichnet. Andreas Wegner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neubrandenburg, überreichte das Zertifikat
an Geschäftsführer Marco Dädelow (Foto).
„Bei Menschen mit Behinderung wird noch viel zu oft zuerst auf das geschaut, was möglicherweise nicht geht. Wir sollten den Blick umdrehen: Was kann dieser
Mensch, welche Aufgabe passt zu ihm und was braucht es, damit die Arbeit gelingt? Die Landschaftsbau Dädelow GmbH zeigt, dass daraus im Arbeitsalltag etwas ganz Selbstverständliches werden kann“, sagte Andreas Wegner.
Wie das konkret aussieht, zeigt der Ausbildungsweg von Jan Philipp Kroll. Nach einer einjährigen Einstiegsqualifizierung wurde er bei der Landschaftsbau Dädelow
GmbH in die Ausbildung zum Fachpraktiker im Garten- und Landschaftsbau übernommen. Inzwischen befindet er sich im zweiten Ausbildungsjahr. Er übernimmt
eigenständig Aufgaben in der Grünflächenpflege und im Landschaftsbau, arbeitet mit Baumaschinen und transportiert Maschinen und Materialien. Bei anspruchsvolleren Tätigkeiten erhält er gezielte Unterstützung.
Um seine fachliche Entwicklung zu unterstützen, ermöglicht ihm das Unternehmen auch die Teilnahme an überbetrieblichen Lehrgängen, die über die regulären
Ausbildungsinhalte hinausgehen. Geschäftsführer Marco Dädelow hat selbst eine sonderpädagogische Zusatzqualifikation absolviert, um die individuelle Ausbildung
und Förderung fachlich zu unterstützen. Was einmal mehr gewürdigt werden muss, da sein Unternehmen zum einen nicht der Beschäftigungspflicht für Menschen mit Behinderung unterliegt und die Weiterbildung auf eigene Kosten und an Wochenenden erfolgte.
„Inklusion findet bei uns nicht auf dem Papier statt, sondern jeden Tag draußen auf unseren Baustellen und im Team. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen unterschiedlich lernen und manchmal einfach andere Wege brauchen, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Entscheidend sind dabei Geduld, Vertrauen und die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen. Wenn wir dann sehen, wie ein junger Mensch fachlich und persönlich wächst und zunehmend Verantwortung übernimmt, ist das für uns als Ausbildungsbetrieb ein besonderer Erfolg“, erklärt Geschäftsführer Marco Dädelow.
Jan Philipp Kroll berichtet von seinen Erfahrungen während der Ausbildung: „Seit ich hier angefangen habe, bin ich viel selbstständiger geworden und traue mir heute deutlich mehr zu. Ich übernehme immer mehr Aufgaben eigenständig und lerne ständig etwas Neues dazu. Besonders gefällt mir der Zusammenhalt im Team. Meine Kollegen nehmen sich die Zeit, mir neue Arbeiten zu zeigen, und unterstützen mich, wenn ich Hilfe brauche“, erzählt Auszubildender Jan Philipp Kroll.
Was auch zum Selbstverständnis des rund 20-köpfigen LBD-Teams für das eigene Unternehmen, die Arbeit und das tägliche Miteinander gehört. „Jan kam ursprünglich mit 15 Jahren im Rahmen eines Praktikums zu uns,“ erklärte Marco Dädelow. „Aus den geplanten 6 Wochen wurden 3 Monate, dann eine einjährige Einstiegsqualifikation, die in der Ausbildung zum Fachpraktiker mündete.“ Die Jan Kroll mit Unterstützung seines Arbeitgebers in knapp einem Jahr abschließen und der LBD dann ein engagierter, betriebstreuer und fachlich gut ausgebildeter Mitarbeiter sein wird. „Da ist ein junger Mann, der einerseits einige besondere Anforderungen an eine Ausbildung hat, andererseits jedoch das mitbringt, was wir als Unternehmen dringend brauchen: Zuverlässigkeit, Loyalität und den Willen zur Arbeit. Da wäre es doch verrückt, wenn wir angesichts des Fachkräftemangels auch im GaLaBau dieses Potential nicht nutzen“, resümiert Marco Dädelow die Entscheidung für seinen Auszubildenden. Und spricht Arbeitsagenturchef Andreas Wegner aus dem Herzen, der verdeutlicht, welches Potenzial beeinträchtigte Menschen als Arbeitnehmer haben und wie schwer es dennoch ist, Unternehmen zu finden, die diesen Menschen eine berufliche Chance geben – gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen im Handwerk.
Inklusion eröffnet Möglichkeiten für Unternehmen
Menschen mit Behinderung bringen berufliche Erfahrungen und Kenntnisse mit. Dennoch stoßen sie bei der Suche nach einem Arbeitsplatz weiterhin auf Hürden.
„Angesichts des Arbeitskräftebedarfs können wir es uns nicht leisten, auf Menschen zu verzichten, nur weil sie eine Behinderung haben. Entscheidend sind ihre Fähigkeiten und das, was sie in einem Unternehmen leisten können. Wenn ein Arbeitsplatz angepasst werden muss, unterstützen wir Arbeitgeber dabei. Wir wollen
Unternehmen ermutigen, diesen Blick zu wagen und die Möglichkeiten zu nutzen, die Inklusion bietet“, so Wegner.
Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Mecklenburgische Seenplatte berät Arbeitgeber zu möglichen Unterstützungsleistungen und Förderangeboten.
Für Marco Dädelow ist die Auszeichnung eine Anerkennung für das Engagement des gesamten Teams: „Diese Auszeichnung macht uns stolz, denn sie ist vor allem
eine Anerkennung für unser Team, das diesen Weg jeden Tag mitgestaltet. Wir haben mit der beruflichen Inklusion bisher sehr gute Erfahrungen
gemacht und möchten auch andere Unternehmen ermutigen, solche Chancen zu schaffen. Denn wir erleben selbst, wie viel entstehen kann, wenn man jungen
Menschen Vertrauen schenkt und ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln“, betont Marco Dädelow.
Hintergrund – Der Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte im Landkreis MSE
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neubrandenburg waren im September 2026 insgesamt 963 schwerbehinderte Menschen arbeitslos. Ihr Anteil an allen
Arbeitslosen lag bei 8,6 Prozent. Im September 2016 waren 1.193 schwerbehinderte Menschen arbeitslos; ihr Anteil lag damals bei 9,0 Prozent.
Damit ist die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen von September 2016 bis September 2026 um 230 Personen bzw. 19,3 Prozent gesunken. Zum
Vergleich: Die Zahl aller Arbeitslosen ging im selben Zeitraum um 3.538 Personen bzw. 24,1 Prozent zurück.
Beschäftigungspflicht
Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze
schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen (§ 154 Abs. 1 SGB IX). Wer dieser Beschäftigungspflicht nicht oder nicht vollständig nachkommt, muss eine
Ausgleichsabgabe zahlen.
Im Jahr 2024[1] waren im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte insgesamt 524 Arbeitgeber beschäftigungspflichtig. Insgesamt waren 2.217 Pflichtarbeitsplätze
zu besetzen. 330 Arbeitgeber (63 Prozent) erfüllten ihre Beschäftigungspflicht vollständig. 194 Arbeitgeber (37 Prozent) erfüllten sie nur teilweise oder gar nicht.
Die Mittel aus der Ausgleichsabgabe werden zweckgebunden eingesetzt, um die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben zu fördern – beispielsweise
für die behinderungsgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen oder Eingliederungszuschüsse.
Unterstützung für Arbeitgeber
Die Agentur für Arbeit Neubrandenburg unterstützt Arbeitgeber bei der Beschäftigung und Einstellung schwerbehinderter Menschen mit Beratung und – je
nach Voraussetzungen – verschiedenen Förderleistungen. Informationen gibt der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des
Jobcenters in der Mecklenburgischen Seenplatte unter der kostenfreien Arbeitgeber-Hotline:0800 4 5555-20.
PM/AA
WMSE/AS






