Fachkräftemangel ist nicht erst seit gestern eine wirtschaftliche Herausforderung: Offene Stellen bleiben unbesetzt, Aufträge müssen verschoben werden, die Arbeitsbelastung im Team steig, der Betrieb kann sich nur eingeschränkt entwickeln. Eine Fachkraft im Handwerk erwirtschaftet beispielsweise durchschnittlich 151.171 Euro Umsatz im Jahr. Brechen die wegen nicht besetzter Stellen weg, stehen auf der anderen Seite der Rechnung entgangene Aufträge, längere Projektzeiten, eine steigende Belastung des Teams und ein eingeschränktes Wachstum. Viele Unternehmen sagen inzwischen: Das größte Risiko sind nicht fehlende Aufträge sondern fehlende Fachkräfte. Und die Situation wird nicht besser. Bereits heute bleiben jedes Jahr tausende Ausbildungsplätze unbesetzt. Zudem gehen viele Beschäftigte in den Ruhestand.
Internationale Fachkräfte können da einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. In der Praxis scheitern entsprechende Vorhaben aber oft an dem organisatorischen Aufwand der Rekrutierung, an komplexen Anerkennungs- und Aufenthaltsverfahren, an fehlender Erfahrung mit Integrationsprozessen in Unternehmen und Alltag. Zumal kleine Unternehmen in der Regel nicht über die Strukturen verfügen, die Prozesse eigenständig zu steuern.
Hier kommt das, durch den Landkreis MSE unterstützte, Projekt Inter FaN – Internationales Fachkräfte-Netzwerk des Ausbildungsförderungszentrums Friedland e.V. ins Spiel. Dieses will gemeinsam mit den Unternehmen, Arbeitsmarktakteuren und regionalen Partnern Strukturen entwickeln und etablieren, die internationalen Fachkräften den Einstieg in regionale Handwerksbetriebe erleichtert und letztere langfristig unterstützt.
In den drei Themenfeldern Unternehmen, Internationale Fachkraft und Regionale Einbindung soll die Betriebliche Integration und Willkommenskultur werden internationale Fachkräfte akquiriert, in Unternehmen und Alltag integriert und bei den Unternehmen Integrationsstrukturen geschaffen. So erhalten Unternehmen bessere und stabile Möglichkeiten zur Fachkräftegewinnung bei geringerer organisatorischer Belastung. Internationale Fachkräfte erhalten strukturierte Unterstützung beim Ankommen in Unternehmen und Alltag mit einer dadurch besseren Bleibeperspektive. Die Region profitiert durch die Sicherung von Fachkräften im Handwerk, die Stabilisierung und Stärkung der regionalen Wirtschaft.
In einer ersten Pilotphase arbeitet Inter FaN mit Unternehmen mit besonders hohem Fachkräftebedarf (Metall- und Elektrogewerbe, Bau- und Ausbau, Industrie, IT, Technische Dienstleistungen) zusammen. Parallel werden die Rekrutierungsmöglichkeiten in ausgewählten Herkunftsländern geprüft. Die Erfahrungen und geschaffenen Grundlagen der Pilotphase sollen im Anschluss regional übertragbar sein. Unternehmen profitieren in dieser Phase von der Unterstützung im Rekrutierungsprozess, vom Zugang zu einem regionalen Netzwerk, vom Austausch mit anderen Unternehmen, der Entwicklung praxisnaher Instrumente und der Begleitung bei organisatorischen und kulturellen Herausforderungen.
Wer also als Unternehmerin oder Unternehmer der genannten Branche seit mindestens sechs Monaten Stellen nicht besetzten kann, kann sich gerne für das Projekt melden:
Inter FaN – Internationales Fachkräfte-Netzwerk/ AFZ Ausbildungsförderungszentrum e.V.
Frank Gehrke, T: 039601 20331,







