Die zweite MSE-KI-Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE) am 17.06.2026 bei der Clausohm-Software GmbH in Neverin hatte sich ganz dem praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen und in der Unternehmenspraxis verschrieben. Und stieß damit auf großes Interesse. Rund 60 UnternehmerInnen, VertreterInnen von Institutionen und Verwaltungen nahmen an der Veranstaltung teil.
„Was bedeutet KI für Unternehmen in MSE, war die entscheidende Frage der ersten MSE-KI im September 2025. Heute sind wir einen entscheidenden Schritt weiter. Die Frage heute ist nicht länger, ob KI kommt, sondern wie es den Unternehmen gelingt, die Möglichkeiten von KI sicher, wirtschaftlich und gewinnbringend in ihre Wertschöpfung zu integrieren“, waren die einleitenden Worte von WMSE-Geschäftsführerin Sabine Lauffer. Im Anschluss verwies sie auf den Gastgeber der Veranstaltung, die Clausohm-Software GmbH in Neverin. Den sie nicht nur seit 16 Jahren kennt, sondern dem hier Geleisteten allergrößten Respekt zollt. „Aus einem hochspezialisierten Softwareunternehmen ist ein Innovationstreiber geworden, der über die Landkreisgrenzen wahrgenommen wird.“
Nach der Begrüßung durch Sabine Lauffer, die den Anspruch der Veranstaltungsreihe erklärte, KI praxisrelevant und bedarfsorientiert zu erklären, eröffneten die beiden Clausohm-Geschäftsführer Heiner Clausohm und Stefan Otto die Veranstaltung mit einer kurzen Präsentation des Unternehmens und seiner drei Geschäftsbereiche Softwareentwicklung, Cybersicherheit und Automatisierung. In denen KI mittlerweile eine große Rolle spielt.
Einen ersten praktischen Überblick zur Implementierung von KI-Lösungen in Unternehmen gab Rea Engel (MV-Works) mit einer dreiteiligen Implementierungs-Roadmap. Zu dieser gehört es, Bewußtsein und Akzeptanz für KI zu wecken, klare Richtlinien für den verantwortungsbewußten Einsatz von KI zu entwickeln und Raum zu geben für eigenes Erforschen und Lernen. Flankiert von zahlreichen Tipps aus der Praxis sieht Rea Engel die erfolgreiche Einführung von KI in Unternehmen klar als Führungsaufgabe, votiert für eindeutige Verantwortlichkeiten, interne KI-Richtlinien und ethische Leitlinien.
Damit leitete der Vortrag von Rea Engel auch gleich auf den nächsten Referenten, David Joecks (Mittelstand-Digital Zentrum Rostock) über. Joecks erklärte die Relevanz und Möglichkeiten von KI-Leit- und Richtlinien und die Notwendigkeit, diese für eigene Bedarfe im Unternehmen zu definieren.
Im Anschluss erklärte Hannes Hoffmann (Clausohm-Software GmbH) anschaulich, wie aus Sprachmodellen produktive Systeme werden. Demnach sieht Hoffmann nicht mehr im jeweiligen neuen Modell einen entscheidenden Hebel, sondern darin, wie gut diese mit Kontext, Tools und Prozessen verbunden werden. In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie Unternehmen Sprachmodelle mit Wissen, Schnittstellen und Workflows verbinden können, um daraus konkrete Unterstützung im Arbeitsalltag zu generieren — sicher, kontrolliert und mit echtem Mehrwert.
Zum Abschluss präsentierte Alexander Schneider (Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke, Fraunhofer Institute for Aplied Information Technology FIT) lokale KI-Lösungen für KMU. Grundsätzlich sieht Schneider beide Lösungsansätze – cloudbasierte und lokale – gerechtfertigt. Als Orientierung gibt Schneider an, dass sensible Daten lokal besser aufgehoben sind. Bei anspruchsvollen Aufgaben ist eine cloudbasierte Lösung oft das leistungsstärkere Tool. Im Alltag würden viele Unternehmen beide Lösungen umsetzen – je nach Aufgabe. Wie das konkret in der Praxis aussehen kann, demonstrierte Schneider interessierten TeilnehmerInnen im Anschluss der Veranstaltung in einem dreistündigen Praxisworkshop.
„Die wichtigste Voraussetzung für Innovation ist nicht Technologie, sondern die Bereitschaft, Chancen zu erkennen und neue Wege zu gehen.“ Mit diesen Worten beendete WMSE-Geschäftsführerin Sabine Lauffer die zweite MSE-KI. Sie dankte den ReferentInnen für die spannenden und praxisrelevanten Impulse, den Teilnehmenden für viele Fragen und angeregte Diskussionen und betonte an, dass Veranstaltungen wie die MSE-KI dazu geeignet sind, neue Kooperationen zwischen den Unternehmen entstehen zu lassen.







