4. Röbeler UnternehmerInnenstammtisch: Von der Theorie zur Praxis

Am 02.07.2026 lud die Stadt Röbel, unterstützt von der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE), zum 4. Röbeler UnternehmerInnenstammtisch. Dieser fand wieder bei einem lokalen Unternehmen statt – dieses Mal bei der SCHOLLGLAS GmbH im Röbeler Gewerbegebiet. Rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer nutzten die Möglichkeit, ein Unternehmen der Region kennenzulernen, für relevante Informationen zum Thema Fachkräftesicherung durch Berufsorientierung beim Praxislerntag und natürlich, um sich auszutauschen und zu vernetzen.

Viel vor für Röbel
Röbels Bürgermeister Matthias Radtke eröffnete den Abend mit einem kurzen Überblick über aktuelle und anstehende Projekte der Stadt. Zu diesen gehört u.a. die Planung für ein Medizinisches Versorgungszentrum, das die gesundheitliche Versorgung in Röbel und Versorgung mittelfristig sichern soll. Dafür veranschlagt Röbel Investitionskosten von ca. 2 Millionen Euro – und sucht bereits jetzt nach Ärzten für das Zentrum. Für die Sanierung der Therme will die Stadt bis Herbst 2026 einen Förderantrag stellen. Bei einer möglichen Förderquote von 50 Prozent geht sie von Sanierungskosten von ca. 5 Millionen Euro aus. Eine Agri-PV-Anlage mit Platz für einen Batteriespeicher soll bis 2036 die Stromversorgung des Nahwärmenetzes sichern. Ein wichtiges Projekt für die Stadt Röbel ist auch die bereits für die Weihnachtszeit 2026 geplante Röbel-Card. Die lokale Gutscheinkarte soll die Kaufkraft gezielt im Ort halten, Handel, Gastronomie und weitere Betriebe der Stadt stärken. Neben der generellen Einlösung bei teilnehmenden Unternehmen in Röbel soll die Karte auch als Jobkarte eingesetzt werden. Arbeitgeber können ihren Mitarbeitenden über die Röbel-Card monatlich bis zu 50 Euro als steuerfreie Sachleistungen zur Verfügung stellen – Geld, das in Röbeler Geschäften eingelöst werden kann. Die Stadt geht dabei für ihre Mitarbeitenden mit gutem Beispiel voran. So bleiben allein aus der Verwaltung ab 2027 rund 66.000 Euro im Ort. Für den Erfolg der Röbel-Card braucht die Stadt nun möglichst viele Beteiligte, appellierte Radtke an die Teilnehmenden.

Praktika und Praxislerntag für das bessere Kennenlernen künftiger Auszubildender
Thematischer Schwerpunkt des Abends war das bewegende Thema Fachkräftesicherung. Hier stellte Gunnar Seidel, Leiter des Schulcampus Röbel, zunächst die Bildungseinrichtung vor, „die in zwei Bildungsgängen rund 750 potentielle ArbeitnehmerInnen ausbildet“, so Seidel. „Übergänge von der Schule in die Wirtschaft schaffen“, definierte Seidel als wichtigstes Anliegen der Schule. Die dafür in den Klassen 8 bis 10 jährlich 25 Praxistage anbietet und seit einem Jahr eben auch den Praxislerntag. An diesem sind die 75 SchülerInnen der 9. Klasse der regionalen Schule für 6 Monate an einem Tag in der Woche in einem Betrieb. Hier können sie, begleitet von der Schule, das Arbeiten in einem Unternehmen intensiver erfahren als nur an zwei Wochen Schülerpraktikum, wichtige Lernerfahrungen zur Berufsorientierung sammeln. Umgekehrt haben die Unternehmen die Möglichkeit, potentielle ArbeitnehmerInnen intensiv kennen zu lernen, Talente zu erkennen und künftige Auszubildende zu gewinnen. Seidel rief die anwesenden UnternehmerInnen auf, sich für Praktika und Praxislerntage zu engagieren und deren Möglichkeiten zu nutzen.

Hier schloss sich Dr. Christiane David, Projektleiterin des JugendServiceMSE, an und stellte das Projekt vor, das Jugendliche auf dem Weg in ein eigenständiges berufliches Leben unterstützt. Auch Dr. David ermutigte die UnternehmerInnen, SchülerInnen aus dem Landkreis Praktika für eine bessere berufliche Orientierung zu ermöglichen – und sich selbst das damit verbundene Potential zukünftiger Mitarbeitender zu erschließen. Dazu verwies Dr. David auf das Geoportal MSE, in das Unternehmen ihre Praktikumsangebote eintragen können. Bei mehr als 190 Ausbildungsberufen allein in MSE erleichtere das den SchülerInnen die Orientierung und die Auswahl von Schülerpraktika und Praxislerntagen, sagte Dr. David.

Von der Theorie zur Praxis
Im Anschluss an die Theorie ging es direkt in die Praxis: Holger Feldt, SCHOLLGLAS- Niederlassungsleiter und Gastgeber des Abends, lud die Anwesenden zu einem Rundgang durch die Produktion ein. Seit 1995 in Röbel ansässig verarbeiten hier 47 Mitarbeitende, darunter 4 Auszubildende, jährlich mehr als 390.000 m2 Glas, erwirtschafteten 2025 einen Umsatz von 8 Millionen Euro. In Röbel werden dabei vor allem Isolierglas und Glasprodukte für die Baubranche hergestellt. SCHOLLGLAS Röbel deckt den Glasbedarf ab für zahlreiche Tür- und Fensterwerke sowie Metall- und Fassadenbauer im norddeutschen Raum, in Dänemark und Skandinavien. Was man nicht nur an den fast vollautomatischen Produktionsstrecken zu sehen bekam, sondern auch in den abgestimmten digitalen Produktionsprozessen.

Die SCHOLLGLAS-Unternehmensgruppe produziert seit 1971 an 18 Standorten in vier Ländern mit rund 1.400 Mitarbeitenden Gläser für mehr als 100 Einsatzzwecke – Basis- und Spezialgläser, Isolier- und Sicherheitsgläser, Glasbau und Sanitärspiegel -, beliefert damit jährlich mehr als 5.000 Kunden aus Architektur, Innenausbau und Industrie. Dabei deckt das Unternehmen sämtliche Bereiche um den Werkstoff Glas ab – von der individuellen Gestaltung bis zur Montage.

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