Noch bis zum 15. November 2021 können sich die 97 als Zentrale Orte eingestuften Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern für einen Teil der fünf Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Re-start – Lebendige Innenstädte M-V“ Förderbereich I „Konkrete Belebungsvorhaben“ beim Landesförderinstitut bewerben.

Das Sofortprogramm der Landesregierung zur Revitalisierung der Innenstädte soll dazu beitragen, den städtischen Zentren, die in infolge der Pandemie starke Einbrüche erlitten haben, ihre wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung zurückzugeben. Gefördert werden  Maßnahmen, die die Anziehungskraft der Zentren stärken und wieder mehr Publikum in die Innenstädte locken.

„Das können Kleinkunstprojekte, Sitzgelegenheiten, Spiel- oder Sportgeräte sein, die zum Verweilen einladen, aber auch Kampagnen für das regionale Einkaufen vor Ort. Ein weiteres Ziel besteht darin, Leerstand zu beseitigen, Zwischennutzungen zu entwickeln oder leerstehende Geschäfte optisch ansprechend umzugestalten. Hier wären Pop-Up-Geschäfte oder das Inszenieren von Schaufenstern eine Projektidee“, nannte MV-Energieminister Christian Pegel konkrete Beispiele.

Die Förderung kann bis zu 100.000 Euro in Grundzentren, 250.000 Euro in Mittelzentren und 500.000 Euro in Oberzentren betragen. Je Zentralem Ort kann nur ein Förderantrag gestellt werden – von der Gemeinde selbst oder auch von Wirtschafts- und Werbegemeinschaften wie Stadtmarketing- und Citymanagementorganisationen in diesen Orten. Der Eigenanteil für Kommunen beträgt in der Regel 20 Prozent. Wirtschafts- und Werbegemeinschaften müssen am Projekt nur fünf Prozent Eigenanteil beisteuern.
Als Sofort-Programm müssen die Anträge bis zum 15. November 2021 beim Landesförderinstitut (www.lfi-mv.de) gestellt werden. Kommunen wurden bereits nach Beschluss des Programms im August 2021 informiert, um geeignete Projekte vorbereiten zu können. Die Entscheidung, welche Projekte gefördert werden, treffen die Vertreter des Dialogforum Einzelhandel.

Das Kabinett hatte im August 2021 beschlossen, zehn Millionen Euro für die Wiederbelebung der Innenstädte aus dem Corona-Schutzfonds bereitzustellen. Die Hälfte vergibt das Wirtschaftsministerium für Citymanagementmaßnahmen, die andere Hälfte das Infrastrukturministerium für städtebauliche Vorhaben. Antragsteller müssen sich für einen dieser zwei Fördertöpfe entscheiden. Gefördert werden Maßnahmen, die kurzfristig den Folgen der Corona-Pandemie entgegenwirken können und nicht durch andere Programme gefördert werden.

Weitere Informationen zum Förderprogramm und Antragsformulare

 Hintergrund
Für die Zeit nach dem Frühjahrslockdown 2020 zeigt eine Umfrage des Handelsverbands Nord enorme Einsatzeinbußen im Non-Food-Handel auf, insbesondere im Textil- und Schuhhandel mit mehr als 50 Prozent. Ein Drittel der Befragten gab an, dass im Vergleich zum Vorjahreszeit-raum höchstens halb so viele Kunden zum Shopping in den Stadtzentren unterwegs waren. Noch dramatischer ist demnach die Situation in touristisch geprägten Orten: Dort wurden aufgrund fehlender Touristen Umsatzeinbrüche von 80 bis 90 Prozent beklagt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Situation 2021 nicht deutlich verbessert hat – mit der Folge, dass viele Geschäfte schließen. Erste, noch nicht veröffentlichte Ergebnisse einer bundesweiten IHK-Untersuchung kommen zu dem Ergebnis, dass auch 2021 und auch in Mecklenburg-Vorpommerns Innenstädten die Nutzung der Innenstadtangebote gesunken und der Leerstand gestiegen ist und somit die Attraktivität der Innenstädte abgenommen hat.

PM/EM