Im Rahmen seiner Sommertour besucht Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am 22.07.2026 den Wasser- und Bodenverband Obere Peene in Malchin. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in den Wasserrückhalt der Landschaft, den Moorklimaschutz sowie die enge Zusammenarbeit des Landes mit den Wasser- und Bodenverbänden als zentrale Partner einer zukunftsfähigen Wasserbewirtschaftung.
Bei einem Vor-Ort-Termin an einer sanierungsbedürftigen Stauanlage in Zettemin sowie beim anschließenden Jahresgespräch mit dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände übergibt Minister Backhaus Förderunterlagen für zwei wichtige Landesprogramme.
„Wasser ist unsere wichtigste Zukunftsressource. Jeder Liter, den wir heute in der Landschaft halten, stärkt den Moorklimaschutz, hilft der Landwirtschaft, schützt unsere Gewässer und macht Mecklenburg-Vorpommern widerstandsfähiger gegen Dürre und Starkregen. Deshalb investieren wir gezielt in eine moderne Wasserinfrastruktur und unterstützen die Wasser- und Bodenverbände als starke Partner bei dieser Aufgabe“, sagte Backhaus.
48 Stauanlagen schaffen Voraussetzungen für mehr Wasserrückhalt
Mit den heute übergebenen Verträgen können zehn Wasser- und Bodenverbände die bewilligten Landesmittel für die Sanierung und den Neubau von insgesamt 48 Stauanlagen abrufen und mit der Umsetzung ihrer Projekte beginnen. Dafür stehen in der ersten Förderrunde rund 1,39 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Klimaschutz und Landwirtschaft zur Verfügung. Insgesamt umfasst das Landesprogramm ein Fördervolumen von zwei Millionen Euro.
Die Förderung umfasst die Grundsanierung bestehender Stauanlagen, Ersatzneubauten sowie die Errichtung neuer Anlagen einschließlich notwendiger Planungsleistungen, Genehmigungen und Wasserstandsmessstellen. Ziel ist es, insbesondere auf kohlenstoffreichen Moorstandorten die Voraussetzungen für höhere Wasserstände zu schaffen und damit Wasser länger in der Landschaft zu halten. Nach derzeitigen Schätzungen können dadurch auf rund 1.350 Hektar Moorfläche die Voraussetzungen für eine Wiedervernässung geschaffen werden.
„Dass bereits in der ersten Förderrunde fast zwei Drittel der verfügbaren Mittel gebunden sind, zeigt den enormen Handlungsbedarf. Gleichzeitig beweist die hohe Nachfrage, dass unsere Wasser- und Bodenverbände bereit sind, Verantwortung für Klimaanpassung, Moorschutz und Wassermanagement zu übernehmen. Dieses Engagement unterstützen wir mit Nachdruck“, so Backhaus.
Besonders erfreulich sei, dass sich die Befürchtung nicht bestätigt habe, die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie stünden einer Förderung grundsätzlich entgegen. Die große Mehrheit der eingereichten Projekte konnte positiv bewertet werden. Dies zeige, dass Wasserwirtschaft, Moorschutz und Naturschutz gemeinsam gedacht und erfolgreich umgesetzt werden können.
Land setzt Unterstützung beim Bibermanagement fort
Im zweiten Teil der Veranstaltung übergibt Minister Backhaus einen Förderbescheid über 300.000 Euro für das Jahr 2026. Mit den Mitteln unterstützt das Land die Wasser- und Bodenverbände bei den zusätzlichen Kosten, die durch den Biber bei der Gewässerunterhaltung entstehen. Die Förderung wurde trotz der angespannten Haushaltslage auch für den Doppelhaushalt 2026/2027 gesichert.
„Der Biber gehört zu unserer heimischen Tierwelt und ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig verursacht er erhebliche Mehraufwendungen bei der Unterhaltung unserer Gewässer. Mit der Förderung sorgen wir dafür, dass Artenschutz und eine funktionierende Gewässerunterhaltung kein Widerspruch sind, sondern miteinander in Einklang gebracht werden können“, erklärte der Minister.
Zugleich kündigt Backhaus an, die angekündigte Novellierung der Biberverordnung noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen. Dabei sollen zahlreiche Anregungen der Wasser- und Bodenverbände aufgegriffen werden, um Verfahren weiter zu vereinfachen und die praktische Arbeit vor Ort zu erleichtern.
Wasser- und Bodenverbände sind unverzichtbare Partner
Beim anschließenden Jahresgespräch stehen unter anderem die Umsetzung des neuen Landeswasserrechts, der Moorklimaschutz, die Ausbildung von Fachkräften, Fragen der Gewässerunterhaltung sowie aktuelle Förderprogramme im Mittelpunkt. Das Land setzt dabei weiterhin auf die enge Zusammenarbeit mit den 27 Wasser- und Bodenverbänden in Mecklenburg-Vorpommern, die eine Schlüsselrolle bei der Unterhaltung von Gewässern, dem Hochwasserschutz, dem Wasserrückhalt und der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen einnehmen.
Zum Abschluss betonte Backhaus: „Die Wasser- und Bodenverbände leisten heute weit mehr als klassische Gewässerunterhaltung. Sie gestalten aktiv den natürlichen Klimaschutz, sichern den Wasserrückhalt in der Fläche und tragen dazu bei, unsere Kulturlandschaften widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Wer über Klimaanpassung spricht, muss deshalb auch in eine leistungsfähige Wasserwirtschaft investieren. Mecklenburg-Vorpommern geht diesen Weg konsequent weiter.“







