Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe bei seiner Forderung nach einer auskömmlichen Finanzierung von Krankenkassenfahrten ab dem 01.04.2026. Das hat das höchste ehrenamtliche Gremium der IHK in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.
Mit eindringlichen Worten hatte Verbandsvorsitzender Guido Sembach, auch Mitglied der Vollversammlung, zuvor die Lage vieler Taxi- und Mietwagenbetriebe in der Region und im Land geschildert: „Wir stehen kurz vor dem Kollaps“, sagte der Anklamer Unternehmer auch mit Blick auf die derzeit festgefahrenen Verhandlungen seines Verbandes mit den Krankenkassen. „Wir fahren Patienten derzeit wirtschaftlich weit unter null“, betonte er.
Guido Sembach warnte: „Wenn es bis zum 01.01.2026 zu keiner Einigung kommt, müssen wir sehr zum Leidwesen vieler betroffener Menschen in M-V die Krankenfahrten einstellen. Dann gibt es keinen entsprechenden Vertrag und somit auch keine rechtliche Grundlage mehr für diese Leistung“, bedauerte er.
IHK-Präsident Krister Hennige sieht diese Entwicklung mit großer Sorge: „Das Geschäftsmodell Taxi ist vor allem im ländlichen Raum bedroht. Allein in den vergangenen 25 Jahren haben mehr als 500 Taxi- und Mietwagenunternehmer in ganz Mecklenburg-Vorpommern ihr Gewerbe aufgegeben. Das sind etwa 60 Prozent. Auch die Anzahl der Taxen hat sich im gleichen Zeitraum um 45 Prozent auf 576 Fahrzeuge reduziert. Und wenn jetzt auch noch die Krankenfahrten wegbrechen, mit denen die noch vorhandenen Betriebe mittlerweile das größte Geschäft machen… Ich mag überhaupt nicht darüber nachdenken. Die Lebensqualität der Menschen ist auch die Basis für unsere Wirtschaft.“
PM/IHK







