Industriestrompreis kommt – rückwirkend für 2026

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Die EU-Kommission hat am 16.04.2026 den deutschen Industriestrompreis genehmigt. Damit können energieintensive Unternehmen für die Jahre 2026 bis 2028 entlastet werden.

Insgesamt sind dafür bis zu 3,8 Milliarden Euro für rund 9.500 Betriebe vorgesehen. Zuständig für das spätere Antragsverfahren ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das wird hierzu rechtzeitig vor dem Beginn des Antrags- und Auszahlungsverfahren Anfang 2027 auf seiner Internetseite die Unternehmen informieren. Die Beantragung erfolgt in 2027 rückwirkend für das Gesamtjahr 2026.

Anspruchsberechtigt sind Unternehmen aus den Sektoren der sogenannten KUEBLL-Liste (Carbon-Leakage-Liste der EU). In dieser Liste sind energieintensive Industrien erfasst, die einem erhöhten Risiko der Produktionsverlagerung ins Ausland unterliegen. Dazu zählen 91 Teilsektoren aus den Bereichen Chemie, Metall, Glas und Keramik, Zement, Papier und Kunststoff, Batteriezellen, Halbleiter sowie dem Maschinenbau. Eine Mindestunternehmensgröße ist nicht vorgesehen – auch KMU können grundsätzlich berechtigt sein, wenn ihr Wirtschaftszweig auf der KUEBLL-Liste steht. Handwerk und kleinere verarbeitende Betriebe erfüllen die Kriterien in der Regel nicht, da Stromkosten dort einen deutlich geringeren Anteil an der Wertschöpfung ausmachen.

Unternehmen, die grundsätzlich einer der genannten Branchen angehören, sollten jetzt prüfen, ob sie auf der KUEBLL-Liste gelistet sind. Ausschlaggebend ist dabei der beim Statistischen Landesamt hinterlegte Wirtschaftszweigcode (WZ-Code). Für die spätere Antragstellung werden eine detaillierte Dokumentation des Stromverbrauchs, Nachweise zur Sektorzugehörigkeit sowie eine Selbsterklärung zu den geplanten Gegenleistungen benötigt. Denn die Entlastung ist an eine Reinvestitionspflicht geknüpft. Unternehmen müssen mindestens 50 Prozent der ausgezahlten Entlastung in Anlagen investieren, die die Dekarbonisierung in Deutschland vorantreiben, um die Subvention in Anspruch nehmen zu können.

Alle aktuellen Informationen im Pressepapier des BMWE.

www.mv-effizient.de

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