Vom 15.bis 21.11.2021 fand unter dem Motto „Gründen heißt Vielfalt“ die diesjährige Gründungswoche Deutschland statt. Traditionell beteiligt sich auch die Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE) an der Aktionswoche – in diesem Jahr mit den zwei Thementagen „Think Big – Mit dem Unternehmen wachsen“ und „Unternehmensnachfolge – Gründung aus und für den Bestand.“ Zu beiden Themenschwerpunkten gaben Branchenexperten digital spannende Impulse, die die WMSE aufbereitet hat und über ihren Youtube-Kanal zur Verfügung stellt.

Bei „Think Big – Mit dem Unternehmen wachsen“ geht es vor allem darum, wie und durch wen unternehmerische Kompetenzen gefördert und Kreativität geweckt werden. Um bereits in der Planungsphase einer Unternehmensgründung die Weichen zu stellen für ein kontinuierliches, strategisches und erfolgsorientiertes Wachstum mit den richtigen Partnern an der Seite. Wer das sein kann und wie man sie findet, erklären u.a. Hannes Trettin von der founders bay (Rügen), MVs erstem Accelerator Programm für Start-ups und Annette Riedel, Unternehmensberaterin und Geschäftsführerin der Halle 10 GmbH (Neubrandenburg).

Mit den richtigen Partnern von Anfang an
Mit der Founders Bay hat das Team um Hannes Trettin im Sommer 2021 ein, für MV längst überfälliges, Instrument der GründerInnen-Förderung ins Leben gerufen – MVs erstes, konzern- und partnerunabhängiges Accelerator-Programm.
Mit Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Travel-Tech, Mobility und New Work will dieses in einem jeweils sechsmonatigen Training innovative Geschäftsideen marktreif machen – mit umfassenden Coachings, der Teilnahme auch an Förderprogrammen außerhalb MVs und dem Zugang zu nationalen und internationalen Business Cases, Teams, MentorInnen, InvestorInnen und PartnerInnen. Während der sechs Monate werden die GründerInnen-Teams ganzheitlich auf individueller Basis betreut, nehmen gezielt an exklusiven Workshops und wöchentlichen Meetings teil und arbeiten gemeinsam mit den anderen Accelerator Teams im Founders Home in Lietzow auf Rügen. Zum Abschluss des Programms haben die Startups die Möglichkeit, ihre Arbeit möglichen InvestorInnen und NetzwerkpartnerInnen vorzustellen. Das Ganze, initiiert und mit Leben gefüllt durch ein erfahrenes Team, das selbst erfolgreich Startups am Markt etabliert hat, ist für die GründerInnen kostenfrei und nicht an die Abgabe von Unternehmensanteilen gebunden.
Mit diesem ersten Accelerator-Programm in MV trifft das Founders Bay einen Nerv. „Wann, wenn nicht jetzt, kann MV sich über die Ansiedelung und den Aufbau von Risikokapital und die Steigerung der wirtschaftlichen Attraktivität etablieren als attraktiver Standort für neue Talente, für die Entstehung neuer Firmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze?“ meint Founders Bay Gründer Trettin. „Die Voraussetzungen dafür sind hier mehr als gegeben – mit attraktiven Konditionen für GründerInnen, kurzen Wegen zu Politik und Kapital, dass Startups in MV nicht einer von vielen sind.“ Der erste Batch jedenfalls hat der Founders Bay zahlreiche Bewerbungen aus ganz Europa eingebracht. Acht Teams durchlaufen jetzt gerade das erste Accelerator-Programm. Und es sollen durch die Möglichkeit der kontinuierlichen Bewerbung und zeitlichen Offenheit für das Programm noch viel mehr werden. Die durch das Programm für sich und ihre innovativen Geschäftsideen über die Grenzen MVs hinweg Möglichkeiten erschließen. Und verstehen, wie sinnvoll es ist, selbst in MV zu bleiben. www.founders-bay.io

Zum Impulsvortrag von Hannes Trettin

Menschliche Faktoren nicht vernachlässigen
Neben unternehmerischen Kompetenzen und den richtigen Kontakten ist es bei einer Gründung natürlich auch ausschlaggebend für den Erfolg, ob eine unternehmerische Selbstständigkeit das Richtige ist für den Gründungswilligen, ob das angedachte Geschäftskonzept zur Persönlichkeit, Sozialkompetenz und den Interessen des/ der GründerIn passt. Dies können Gründungswillige u.a. herausfinden mit Unterstützung von Unternehmensberaterin Annette Riedel. Diese ist Gründerin und Geschäftsführerin der Halle 10 GmbH, einer Akademie für Unternehmens- und Potenzialentwicklung. Über verschiedene Tools und Tests können GründerInnen hier sehr genau herausfinden, was sie für das geplante Gründungsvorhaben an Fähigkeiten mitbringen, woran sie mit welcher Unterstützung arbeiten müssen und ob die Gründung gelingen kann – gemessen an den eigenen Vorstellungen, Kompetenzen und Interessen. www.halle10.de

Zum Impulsvortrag von Annette Riedel

Der zweite Thementag „Unternehmensnachfolge – Gründen aus und für den Bestand“ befasste sich mit einem nicht weniger spannenden Thema. Bei rund 26.000 Unternehmen – mehr als 3.400 sind es allein im Kammerbezirk der IHK Neubrandenburg –, die in MV einen Nachfolger suchen, kann die Übernahme eines bestehenden und etablierten Unternehmens durchaus eine sinnvolle Alternative zur Neugründung sein. Denn, das Unternehmen ist bereits am Markt etabliert, hat eingearbeitete MitarbeiterInnen und erzielt vom ersten Tag an Umsatz. Dafür muss der/die Übernehmende allerdings von Anfang an unternehmerisches Können unter Beweis stellen. Gegenüber dem abgabewilligen Unternehmer, der sein Lebenswerk in fähige Hände geben will.  Gegenüber den Bestandskunden, die zufriedengestellt und gehalten werden müssen. Neue Kunden müssen gewonnen, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden. Wie sich UnternehmerInnen und Nachfolgeinteressierte möglichst passgenau finden können, erklärt Frank Bartelsen von der Nachfolgezentrale MV.

Ein perfektes Match
Diese, angesiedelt bei der Bürgschaftsbank MV, ist ein Kooperationsprojekt des Europäischen Sozialfonds, der Kammern in MV und natürlich der regionalen Wirtschaftsförderungen. Über das Nachfolgeportal MV vermittelt die Nachfolgezentrale MV die Kontaktanbahnung zwischen Unternehmen und potenziellen Nachfolgeinteressierten. Der Auftrag zur Suche kann dabei vom potenziellen Nachfolger genauso kommen wie von Kammern, Unternehmerverbänden, Unternehmens- und Steuerberatern oder Wirtschaftsförderern. „Wichtig für den Gesamtprozess ist“, so Frank Bartelsen, „die Sensibilisierung zur Unternehmenswertermittlung und die konsequente Begleitung des gesamten Prozesses durch eingebundene Experten.“ In einem Matchinprozess ermittelt das System zunächst eine, für eine erfolgreiche Suche erforderliche, Datenbasis. Im persönlichen Kontakt mit dem Nachfolgeinteressierten klärt das Nachfolgezentrale-Team dann weitere Parameter ab. Leitet diese bei Übereinstimmung an das in Frage kommende Unternehmen. Kommt es zu einem Gespräch, ist das die Basis für weitere Verhandlungen. „Die schonmal bis zu zwei Jahren dauern können“, so Bartelsen. Der sich und sein Team über den gesamten Verhandlungsprozess als neutraler Sparringspartner der Nachfolgeinteressierten sieht – für die vertrauliche und zielgerichtete Vermittlung von Kontakten, für eine frühzeitige Nachfolgersuche, stets in engem Austausch mit allen Partnern, kostenfrei für Unternehmen und NachfolgeInteressierte. www.nachfolgezentrale-mv.de

Zum Impulsvortrag von Frank Bartelsen

WMSE/AS