Das #Impulsfrühstück Spezial am 28. Juli 2021 ging auf ein derzeit sehr präsentes Thema ein: Co-Working. Man kennt es von Startups, Freiberuflern oder digitalen Nomaden, die sich in größeren, meist offen und kreativ gestalteten Räumen mit gestellter Büro-Infrastruktur zum Arbeiten zusammenfinden. Das spart die Miete für eigene Büros samt Technik. Man profitiert von den vorhandenen Strukturen und dem Austausch mit- oder füreinander. So weit, so gut. Im Corona-Jahr 2020 erhielt Co-Work jedoch noch eine weitere Facette. Für den Tourismus geschlossene Hotels und Restaurants boten ihre Räume samt Technik und Service für das ausgelagerte Homeoffice an – wenn es in den eigenen vier Wänden an Technik fehlte oder an der Ruhe zum Arbeiten. Stellt sich die Frage, ob diese Variante des Co-Working künftig ein weiteres Standbein sein kann für die Hotellerie und Gastronomie in MV und MSE.

Die (eine) Zielgruppe ist tot
Eine fundierte Antwort auf die Frage liefert das Studienprojekt „Coworking-Spaces im ländlichen Raum der Mecklenburgischen Seenplatte“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (www.hwr-berlin.de), das die Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH (WMSE) begleitete.  Auf Basis einer umfassenden Zielgruppen-, Potential- und Marktanalyse, anhand von „Best-Practice-Lösungen“ und einer abgeleiteten Fall-Studie formuliert das Projekt eine Handlungsempfehlung für geeignete Coworking-Lösungen – vor allem in Gastronomie und Hotellerie. Bei einem noch wenig erschlossenen Co-Work-Potenzial und sich rasant verändernden Arbeitsbedingungen und Lebenseinstellungen ist bei geeigneten räumlichen und infrastrukturellen Möglichkeiten demnach das zusätzliche Angebot von Co-Working-Spaces  empfehlenswert. Vorgestellt wurde die Studie und ihre Ergebnisse im #Impulsfrühstück durch Prof. Dr. Sandra Rochnowski von der HWR. Die Dokumentation der Studie stellt die WMSE auf Anfrage zur Verfügung.

Leben und arbeiten weiter denken – auf Gut Pohnstorf
Praktisch belegt wurden die Ergebnisse der HWR-Studie u.a. von Kamila Sösemann vom Gut Pohnstorf in Alt Sührkow. Sie gab spannende Einblicke in den Werdegang – ihren und den des alten Gutshauses – von der überzeugten Berlinerin mit Hin-und-wieder-Stadtfluchten in mecklenburgische Idylle zur leidenschaftlichen Besitzerin eines, in die Jahre gekommenen, Gutshauses in der Mecklenburgischen Schweiz. In und mit dem sie gemeinsam mit Mann und Team begeistert individuelle Entspannungsorte kreiert – für meist stadt- und stressmüde Großstädter. Die in Gut Pohnstorf wunderbar abschalten können. Und fast noch besser arbeiten. Frei. Selbstbestimmt. Ortsunabhängig. Inspiriert von anderen kreativen Köpfen und der Natur. Nach Auffassung von Kamila Sösemann ist das „digitale Transformation im besten Sinne“. Wohl auch deshalb ist Gut Pohnstorf Gründungsmitglied von „Smart Doerp“, dem Netzwerk mit Liebe zum ländlichen Raum als sehr relevante Alternative zum Leben und Arbeiten in der Stadt. „Leben und arbeiten weiter denken, sich öffnen für das Dorf, die Menschen, neue Angebote und Möglichkeiten“ – ein passendes Motto für das alte Gut Pohnstorf (www.gut-pohnstorf.de)

Den ländlichen Raum verändern – Maxime des Coworking-Living-Space Project Bay
Noch einmal anders ausgerichtet ist der Coworking-Living-Space „Project Bay“ in Lietzow auf Rügen. Weniger Arbeitsplatz auf Zeit, sehen die drei Gründer um Hannes Trettin in Project Bay” den neuen Leuchtturm der Digitalisierung im Norden Deutschlands, der Unternehmen aus Travel-Tech, Mobilität und verwandten Branchen anlocken soll und eine Umgebung schaffen, in der sich innovative Start-ups gründen und ansiedeln. Kollektive Zusammenarbeit und der stetige Austausch von etablierten Branchenführern und unkonventionell agierenden Start-ups soll „Project Bay“ zum Zentrum für neue, kreative und innovative Ideen und Projekte machen, zeigen, dass eine vermeintlich strukturschwache Region durch Digitalisierung zu einem Hotspot der Technologie und Gewinner des digitalen Veränderungsprozesses werden kann. Wunderschöne Naturlandschaften inklusive. Die durch das Workation-Angebot von Project Bay – neben einem Arbeitsplatz kann ein Schlafplatz mitgemietet werden – unmittelbar genossen werden. Und mehr. Das Konzept der Verknüpfung von Arbeit und Leben erweitert das Project Bay-Team kontinuierlich um neue Projekte und Ausrichtungen wie die Initiierung eines Business Angel Clubs, eines MakerSpace für analoge Gewerke, in die Mobiliätsförderung durch Sharing-Modelle, in Wohnrauminitiativen, Schul- und Weiterbildungsprogramme oder in die Ausweitung der eigenen Projekttätigkeiten als Knowledge-Sharing über die regionalen Grenzen hinaus. Immer im Fokus: die Entwicklung des ländlichen Raumes als wertiges Pendant urbaner Lebensräume (www.project-bay-coworking.de).

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Die Handouts der Impulsvorträge stellt die Wirtschaftsförderung auf Anfrage gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Marcus Lange
T: 03991 634 310, M: 0174 308 4005