Die Ausbreitung des Coronavirus sowie die Eindämmungsmaßnahmen haben auch die Wirtschaft im Landkreis MSE fest im Griff. Viele sind von Personalausfällen betroffen, weil Mitarbeiter*innen selbst erkrankt oder in Isolation nach Kontakt mit Erkrankten sind – oder weil sie z. B. Kinder betreuen müssen, die nicht mehr in Schule oder Kita gehen können. Anderen brechen die Lieferketten oder die Absatzmärkte weg.

Prävention und Erhöhung der Resilienz

Um (weiteren) Personalausfall zu verhindern, hilft es (neben den gebotenen Hygienemaßnahmen), vorsorglich möglichst alle Mitarbeiter*innen nach Hause zu schicken, deren Präsenz nicht zur Aufrechterhaltung des Betriebes zwingend erforderlich ist. Das gilt z. B. für praktisch alle Menschen, die in Büros arbeiten und ihre Tätigkeiten zumeist ohne große Einschränkungen auch im Homeoffice ausführen können (mehr dazu unten). Zuhause arbeitende Mitarbeiter*innen bilden gleichzeitig eine Reserve, falls in der zwingend notwendigen Besetzung weitere Kolleg*innen ausfallen.

Auch im produzierenden Bereich kann es sinnvoll sein, die Produktion vorübergehend teilweise oder ganz einzustellen und Anlagen herunterzufahren, falls z. B. mangels Personal oder Material nur auf Sparflamme produziert werden kann oder mangels Absatz nur das Lager gefüllt wird. Immerhin reduzieren sich so auch die Kosten. Eine weitere Kostenreduktion ergibt sich durch die erweiterten Möglichkeiten, Kurzarbeit anzumelden. Alle Informationen dazu gibt es bei der Arbeitsagentur.

Unternehmen, die in der aktuellen Pandemiesituation in Not geraten, können sich an das Landeswirtschaftsministerium wenden: 0385 5885588. Es sind Programme zur Übernahme von Bürgschaften und Liquiditätshilfen vorbereitet. Auch die Bundesregierung hat zugesichert, Unternehmen, die durch die Coronakrise in Not geraten, zu helfen. Infos gibt es beim Bundeswirtschaftsministerium.

Die arbeitsrechtlichen Folgen einer Pandemie hat ebenfalls das Bundeswirtschaftsministerium in Antworten auf häufig gestellten Fragen zusammengetragen.

Homeoffice und Online-Dienste

Mitarbeiter*innen, die von heimischen Schreibtisch aus arbeiten, können dies mit den richtigen Werkzeugen ähnlich effizient erledigen, wie im Büro. Auch für Unternehmen, die bislang nicht auf mobiles Arbeiten eingestellt waren, lassen sich die grundlegenden Voraussetzungen oft schnell und einfach herstellen. Die meisten Bürowerkzeuge lassen sich inzwischen auch über einen Browser nutzen und sind damit prinzipiell auf jedem ans Internet angeschlossenen Computer oder Smartphone sofort verfügbar.

Beispielsweise ist in den meisten Microsoft-Office-Paketen der Online-Zugang zu leicht abgespeckten Versionen der Programme inklusive: Outlook, Word, Excel und Powerpoint lassen sich über jeden modernen Browser nutzen (alle im eigenen Tarif verfügbaren Anwendungen sieht man unter https://portal.office.com). Nutzer der Google Suite (https://gsuite.google.com/) sind hier genauso gut versorgt und wahrscheinlich an das Arbeiten im Browser schon gewöhnt. Daneben gibt es zahlreiche weitere Anbieter.

Diese und viele andere Anbieter bieten jeweils auch eine Cloud-Dateiablage, so dass auch über den Browser auf relevante Dokumente zugegriffen werden kann. In Verbindung mit den Online-Varianten der Textbearbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationserstellung ist es auch üblich, dass mehrere Mitarbeiter*innen in Echtzeit im selben Dokument zusammenarbeiten können. Auch, wer nicht über eine dieser Office-Lösungen verfügt, kann mit einfachen Mitteln Echtzeit-Zusammenarbeit mit Kolleg*innen über räumliche Distanzen hinweg pflegen: Etherpads funktionieren wie ein digitales Whiteboard, an dem jede*r mit Zugang gleichzeitig schreiben kann. Eine Liste mit kostenlosen Anbietern für diese Technologie gibt es auf https://etherpad.org/ unter Links. So lässt sich das eine oder andere Meeting zur Abstimmung einsparen.

Videokonferenzen

Nicht verzichtbare Besprechungen lassen sich meist ohne weiteren Aufwand per Videokonferenz abhalten. Kamera und Mikrofon sind in jedem Laptop und jedem Smartphone vorhanden. In den genannten Office-Suiten sind entsprechende Werkzeuge bereits integriert (Hangouts bei Google, Teams bei Microsoft). Wer diese nicht nutzen kann, kann z. B. auf das kostenlose und im Browser oder per App funktionierende Jitsi zurückgreifen (https://meet.jit.si).

Sicherheit und Zukunftsperspektive

Zu Online-Werkzeugen sei noch angemerkt, dass immer auch Aspekte des Datenschutzes und der Informationssicherheit mitgedacht werden müssen. In der akuten Krise ist es vertretbar, hier etwas lockerere Regeln anzuwenden. Als einfache, vorläufige Sicherheitsmaßnahme bietet sich an, Personen, Geschäftszahlen und vertrauliche Interna nicht zu nennen oder zu kodieren (z. B. „Kunde 17“ statt „Schmidt-Bau“, „Projekt Erdbeere“ statt „Übernahme Schulz AG“). Zu dauerhaftem Einsatz auch nach der Krise sollten nur Werkzeuge kommen, die mit den eigenen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen konform sind.

Mit diesen Möglichkeiten lassen sich in vielen Fällen die Auswirkungen einer Pandemie wie der aktuellen zumindest lindern. Und vielleicht gewöhnt sich das eine oder andere Unternehmen dabei gleich an die Techniken zur ortsunabhängigen Zusammenarbeit und profitiert damit auch dauerhaft von der Erfahrung aus der aktuellen Krise. Wer aus der aktuellen Lage lernt und zukünftig Planungen für entsprechende Situationen vorhält sowie die technischen und organisatorischen Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten etabliert, ist auf die nächste Krise bestens vorbereitet.

Alle aktuellen Infos zur Corona-Pandemie gibt es auf unserer Sonderseite.