Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Seenplatte im Überblick

  • Arbeitslos Gemeldete insgesamt: 11.323 (+ 950 zu 12.2021, – 1.315 zu 01.2021)
  • Arbeitslosenquote: 8,8 Prozent
  • Anstieg der Arbeitslosigkeit aus jahreszeitlichen Gründen
  • Weniger offene Stellen zum Jahresanfang
  • Niedrigste/Höchste Arbeitslosenquote: Waren (7,3 Prozent)/ Demmin (11,3 Prozent)

„Das Ende des Weihnachtsgeschäfts im Dezember, Kündigungstermine zum Jahresende, das Ende einiger Ausbildungen sowie die Winterflaute zum Jahresbeginn bringen im Januar immer steigende Zahlen bei der Arbeitslosigkeit. Das ändert aber nichts daran: „Der Arbeitsmarkt ist robust“, sagt Thomas Besse, Chef der Arbeitsagentur. Vom Anstieg der Arbeitslosenzahlen betroffen waren laut Arbeitsagentur vor allem Männer (+566 zu 12.2021). Diese arbeiten verstärkt in Außenberufen, deren Branchen im Winter besonders viele Arbeitskräfte entlassen. Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich um +384.

„In der Seenplatte sind aktuell deutlich mehr Menschen langzeitarbeitslos, als im Januar 2020 (4.481)“, sagt Besse. Dieser Abstand verringere sich derzeit von Monat zu Monat in sehr kleinen Schritten – von Januar auf Februar 2022 um 0,8 Prozent auf 4.932 Menschen.

Wir wissen, dass viele der länger als ein Jahr arbeitslosen Menschen, nicht über ausreichende Qualifikationen verfügen. Die Arbeitsagentur sowie die beiden Jobcenter im Landkreis gehen auf diese ArbeitnehmerInnen zu und prüfen mit ihnen gemeinsam, mit welchen Qualifizierungen sie wieder Fuß am Arbeitsmarkt fassen können. Unser Ziel ist es, aktiv die berufliche Weiterbildung dieser Menschen bis zu vollwertigen beruflichen Abschlüssen zu fördern. Denn der Arbeitsmarkt sucht vor allem qualifizierte BewerberInnen.

Die Unternehmen in der Seenplatte leiden trotz andauernder Corona-Pandemie immer stärker unter fehlenden Mitarbeitenden. „Unsere Herausforderung ist und bleibt der branchenübergreifende Fachkräftemangel“, sagt Besse.  „Im Dezember waren beispielsweise 80 Arbeitslose auf 100 offene Stellen gemeldet. In der Metallerzeugung, -bearbeitung sowie im Metallbau bleibt eine offene Stelle im Schnitt 216 Tage vakant, bis sie besetzt werden kann.“

Der Agenturchef geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Februar noch einmal ansteigen könnte, bevor dann die Frühjahrsbelebung den Arbeitsmarkt ankurbelt. Nach seiner Einschätzung sind die umfangreichen Kurzarbeiterregelungen zur Finanzierung von Lohnkosten durch den Bund der Rettungsanker während der andauernder Corona-Pandemie. Das Risiko, arbeitslos zu werden, hat sich durch das Kurzarbeitergeld verringert. Das Risiko, arbeitslos zu bleiben, sei aber durch die Pandemie gestiegen. Ohne Kurzarbeit läge die Arbeitslosigkeit in MSE deutlich höher. Bis Mitte Januar 2022 wurde für 1.131 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im August 2021 noch 970 Mitarbeitende aus 250 Unternehmen in Kurzarbeit.

1.446 Männer und Frauen mussten sich im Januar 2022 nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte neu oder erneut arbeitslos melden. Das sind 146 (+11 Prozent) mehr als im Januar 2021.

484 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beenden. Das sind 13 (- 3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Damit übersteigen im Januar die Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung (1.446) die Arbeitsaufnahmen (484).

Die Unterbeschäftigung zeichnet ein realistischeres Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Dabei werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im Januar bei 14.016. Das waren 851 (+ 6,5 Prozent) mehr als im Vormonat, 1.218 (- 8 Prozent) weniger als im Januar 2021. Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen um 2.693 höher und die Arbeitslosenquote bei 10,6 Prozent.

Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist auf 3.062 Stellen gestiegen. Gegenüber Januar 2021 bedeutet dies einen Anstieg von 701. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sank im Vergleich zum Vormonat um 116. Zum Januar 2021 waren es 111 gemeldete Stellen mehr.

Die größte Nachfrage gab es im November 2021 aus den Bereichen: verarbeitendes Gewerbe (410 freie Stellen), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (409), Baugewerbe (384), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (311), im Gastgewerbe (303).

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