Die Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosigkeit in MSE im Mai 2022 auf den niedrigsten Stand in einem Mai seit der Wiedervereinigung sinken lassen. Die zurückgehende Kurzarbeit und eine kräftig steigende Arbeitskräftenachfrage signalisieren zudem, dass sich der positive Trend fortsetzen dürfte. Allerdings entstehen wegen der Inflation und des Kriegs in der Ukraine – mit Störungen in den Lieferketten, Materialengpässen und Preisexplosionen – neue Risiken.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in MSE im Überblick

  • Arbeitslose insgesamt: 10.035 (-1.891 % zu Mai 2021)
  • Arbeitslosenquote: 7,8 %
  • Zahl der gemeldeten freien Stellen: 3.366
  • Rückgang bei Anzeigen auf Kurzarbeit
  • Niedrigste Arbeitslosenquote: 5,9 % (Röbel)
  • Höchste Arbeitslosenquote: 10,4 % (Neubrandenburg)

Im Mai 2022 waren in MSE mit 10.035 arbeitslos Gemeldeten 311 Menschen weniger arbeitslos als im April des Jahres und 1.891 Arbeitslose weniger als im Mai 2021.Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent.

„Auffällig sei“, sagt Arbeitsagenturchef Thomas Besse, „dass gleichzeitig zum Rückgang der Arbeitslosigkeit die Zahl der unbesetzten Arbeitsstellen weiter ansteigt:  mehr als 3.360 freie Arbeitsstellen haben Unternehmen unseren Arbeitgeberservice-Teams gemeldet. Das ist – nicht nur für einen Mai – ein neuer Höchstwert.“ Zwei Gründe sieht Besse dafür: Engpässe am Arbeitsmarkt bei den qualifizierten Fachkräften – auch Demografie bedingt – in einigen Unternehmen, und die Zurückhaltung bei der Besetzung der offenen Stellen: Viele Unternehmen suchen zwar neue MitarbeiterInnen, schieben aber die Auswahlgespräche und die Besetzung der freien Stelle noch etwas hinaus, um sich erst einmal über den weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung zu versichern.“ 

Ab 01. Juni 2022 sind Jobcenter für ukrainische Kriegsflüchtlinge zuständig
Arbeitsagenturchef Besse rechnet zum 1.06.2022 mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosengeld II-Empfänger – wegen des neuen Anspruchs von ukrainischen Flüchtlingen auf Grundsicherung. Vom 1.06.2022 an sind für ihre Betreuung die Jobcenter zuständig. Im Vorgriff auf den Anspruch auf Grundsicherungsleistungen sind in den Jobcentern schon Betreuungsaktivitäten von geflüchteten UkrainerInnen angelaufen. „Dies führte im Mai 2022 zu einem deutlichen und saisonuntypischen Anstieg bei den Arbeitsuchenden im SGB II.

Herausforderung Fachkräftesicherung
Der demografische Wandel, der hohe Arbeitskräftebedarf der Unternehmen sowie die voranschreitende Digitalisierung verschärfen die Nachfrage nach Fachkräften. Eine wesentliche Aufgabe ist und bleibt für die Neubrandenburger Arbeitsagentur, die wachsende Nachfrage der Unternehmen in MSE nach Arbeitskräften adäquat zu bedienen und dort wo Engpässe entstehen, Lösungen zu entwickeln, um den Fachkräftebedarf zu decken und damit den Wirtschaftsstandort zu sichern.

Thomas Besse: „Drei Megatrends werden die künftige Entwicklung des Arbeitsmarkts prägen: Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischer Wandel. Die Corona-Krise hat die Transformation der Arbeitswelt weiter beschleunigt. Angesichts dieser Entwicklung setzen Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte hierbei noch stärker auf die Qualifizierung Arbeitsloser und Beschäftigter. In der Fachkräftesicherung liegt damit eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahren.

Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze und verhindert Arbeitslosigkeit
Im Mai 2022 wurde für 158 Menschen im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt – 527 weniger als im April des Jahres. Nach aktuellen Hochrechnungen waren im Dezember letzten Jahres 1.932 Mitarbeitende aus 370 Unternehmen in Kurzarbeit.

Geldleistungen
Insgesamt 2. 754 Personen erhielten im Mai 2022 Arbeitslosengeld, 731 weniger als im Mai 2021. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai 2022 bei 13.885. Gegenüber Mai 2021 war dies ein Rückgang von 1.735 Personen.

Gemeldete Arbeitsstellen
Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen ist auf 3.366 Stellen gestiegen. Gegenüber Mai 2021 bedeutet dies ein Anstieg von 579. Die Arbeitskraftnachfrage der Unternehmen lässt sich eindeutiger am Zugang an offenen gemeldeten Stellen ablesen: Im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang des Stellenzugangs um 161 – zum Vorjahresmonat ein Minus um 81.

Die größte Nachfrage gab es im Mai 2022 aus den Bereichen: Verarbeitendes Gewerbe (433).

Freie Stellen im Bestand: Baugewerbe (430); Gastgewerbe (409); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (398), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (356).

Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

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