Nach dem Abi muss es nicht unbedingt ein Studium sein. Mehr Absolventen von Gymnasien und Studienzweifler sollen künftig motiviert werden, sich um die freien dualen Ausbildungsplätze zu bewerben. Das will die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern mit ihrer, am 22.03.2022 gestarteten, Kampagne „#AuchMitAbiSofortImLeben“ erreichen.

Deren Motive sind zunächst auf sämtlichen Medienkanälen der Kammer ebenso zu sehen wie auf den Karrieremonitoren an den Schulen in der Mecklenburgischen Seenplatte und in Vorpommern-Greifswald. Auch die IHK-Ausbildungsbotschafter werden bei ihren Auftritten an den Schulen mit den Motiven arbeiten. „Damit wollen wir die berufliche Ausbildung als attraktiven und vielfältigen Karriereweg mit Aufstiegschancen und Qualifikationen auf akademischem Niveau deutlich bekannter machen“, erklärt Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern zum Auftakt der Kampagne.

Der Anteil der Auszubildenden, die mit einer Fachhochschulreife oder mit einem Abschluss der allgemeinen Hochschulreife in der Mecklenburgischen Seenplatte und in Vorpommern-Greifswald eine Berufsausbildung absolvieren, liegt aktuell bei 19 Prozent. „Das sind deutlich weniger als im bundesweiten Durchschnitt (29,3 Prozent) und zeigt, dass vielen Abiturienten die Karriereperspektiven mit einer dualen Berufsausbildung nicht bekannt sind. Diese Zahl muss deutlich nach oben gehen, damit die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft auch in der Zukunft erhalten bleibt“, so Haasch weiter.

In der Kampagne zeigen fünf erfolgreiche Auszubildende aus Unternehmen in der Kammerregion ihr Gesicht. Mit ihren schlagkräftigen Argumenten sollen sie Gymnasiasten und Studienzweifler von einer beruflichen Ausbildung überzeugen: „Eigenes Geld statt BaföG“, „Karriere statt Hörsaal“ oder „Pralles Leben statt grauer Theorie“.

Eine, die zu den Protagonisten der „#AuchMitAbiSofortimLeben“-Kampagne gehört, ist Fabienne Geier. Die 19-Jährige ist angehende Immobilienkauffrau im ersten Ausbildungsjahr bei der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH, kurz neuwoges. Ihr war bereits in der Oberstufe klar, dass sie nach ihrem Abitur eine Berufsausbildung absolviert. Diese Entscheidung hat Fabienne Geier bis heute keinen Tag lang bereut: „Ich kann von Anfang an praktische Erfahrung sammeln, mein eigenes Geld verdienen und dank einiger Vorteile für Auszubildende, wie dem Azubi-Ticket, noch sparen“, freut sich die junge Frau.

In den etwa 1.100 Ausbildungsbetrieben der IHK Neubrandenburg erlernen aktuell rund 3.300 Auszubildende einen von rund 110 unterschiedlichen Ausbildungsberufen. Im Schuljahr 2020/21 verließen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald 1.578 SchülerInnen die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife. Rund 250 Absolventen mit diesen Abschlüssen münden jährlich in eine Berufsausbildung in einem IHK-Beruf ein.

PM/IHK