Die Corona-Pandemie erschwert es vielen Ausbildungsbetrieben, weiterhin junge Menschen auszubilden. Daher können ArbeitgeberInnen die Ausbildungsprämie oder andere Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beantragen.

Das Förderprogramm richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die von der Corona-Krise betroffen sind. Es verfolgt diese Ziele:

  • die Anzahl von Ausbildungsplätzen in einem Betrieb erhalten (Ausbildungsprämie)
  • zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen (Ausbildungsprämie plus)
  • die Fortsetzung der Ausbildung im Betrieb oder im Rahmen einer Auftrags- oder Verbundausbildung zu unterstützen (Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit, Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen)
  • die Übernahme von Auszubildenden fördern (Übernahmeprämie)

Für die Förderung kommen Betriebe infrage, die wie folgt ausbilden:

  • in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen
  • in Ausbildungsberufen nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und/ oder Altenpflegegesetz
  • in praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen (bundes- und landesrechtlich geregelt)

Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ können nicht mit anderen Förderungen kombiniert werden, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben.

Betriebe müssen die Förderung bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Zusätzlich zum Antrag wird eine Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf (IHK, HWK), ggf. der Ausbildungsvertrag benötigt.

Kontakt zum Arbeitgeber-Service: 0800 4 555520 (gebührenfrei)

Informationen:  Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

I. Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus: Bei beginnenden Ausbildungsverhältnissen zwischen 24.06.2020 und 31.05.2021

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützt Betriebe mit der Ausbildungsprämie (plus), wenn die Anzahl der Ausbildungsplätze gehalten oder sogar erhöht wird. Die Prämie ist ein einmaliger Zuschuss von 2.000 Euro bzw. 3.000 Euro je Ausbildungsvertrag.

Die Ausbildungsprämie richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten. Folgende Bedingungen gelten für die Beantragung: Der Betrieb ist in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen, schließt aber dennoch genauso viele Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2020/2021 ab, wie im Durchschnitt der Jahre 2017/2018 bis 2019/2020.

Alternativ gibt es die Ausbildungsprämie plus, wenn die Anzahl der Ausbildungsplätze im Betrieb durch zusätzliche Ausbildungsverträge erhöht wird. In diesem Fall beträgt der Zuschuss einmalig 3.000 Euro je zusätzlichem Ausbildungsvertrag.

Auch neu abgeschlossene Ausbildungsverträge für Berufsausbildungen, die im Betrieb fortgesetzt werden (Ausbildungswechsler), können bei geltenden Voraussetzungen mit den oben genannten Prämien bezuschusst werden.

Beide Zuschüsse, Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus, werden nach der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit ausgezahlt.

Franchise-Unternehmen werden nicht im Gesamtunternehmensverbund sondern einzeln bewertet.

Voraussetzungen
– Zahlung von Kurzarbeitergeld seit Januar 2020 für einen Zeitraum vor Ausbildungsbeginn
– Umsatzrückgang seit April 2020 gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019 entweder in 2 aufeinanderfolgenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten um durchschnittlich 50 Prozent oder in 5 zusammenhängenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten, um durchschnittlich 30 Prozent
– Bei Betriebsgründung nach April 2019: Vergleich des Durchschnitts des jeweiligen Zeitraums für 2020 mit dem Durchschnitt der Umsätze der Monate November und Dezember 2019

Antragsfrist
– spätestens 3 Monate, nachdem die Probezeit des begründeten Ausbildungsverhältnisses erfolgreich abgeschlossen wurde

Ausbildungsprämie (plus) online einreichen: Antrag auf Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn bis zum 31. Mai 2021

II. Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus: Bei beginnenden Ausbildungsverhältnissen ab
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1. Juni 2021

Für Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, erhöht sich die Förderung auf 4.000 Euro (Ausbildungsprämie) beziehungsweise 6.000 Euro (Ausbildungsprämie plus).

Ab diesem Zeitpunkt können auch Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten die Förderungen beantragen.

(Der Antrag auf Ausbildungsprämie und Ausbildungsprämie plus für Berufsausbildungen mit Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 steht vor. ab Kalenderwoche 22 zur Verfügung)

III. Übernahmeprämie

Übernimmt ein Betrieb Auszubildende eines anderen Betriebs und ermöglichen ihnen dadurch, ihre Ausbildung abzuschließen, wird dies ebenfalls aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ mit einem einmaligen Zuschuss von 6.000 Euro je Auszubildendem/ – er gefördert.

Voraussetzungen
Ausbildung kann als Folge der Corona-Pandemie im ursprünglichen Ausbildungsbetrieb nicht fortgesetzt werden
– Übernahme des/ der Auszubildenden für die restliche Dauer der Ausbildung
– Übernahme der oder des Auszubildenden zwischen dem 1. August 2020 und dem 31. Dezember 2021
– Bei Übernahme von Auszubildenden aus insolventen Unternehmen muss das Insolvenzverfahren  bis zum 30. Dezember 2021 eröffnet worden sein. Vor dem 31. Dezember 2019 bestanden keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Einschränkung
– Ausbildungen werden nicht bezuschusst, wenn die Auszubildenden Ehegatten oder Verwandte ersten Grades der Betriebsinhaberin oder des -inhabers sind

Antragsfrist
– spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des neu begründeten Ausbildungsverhältnisses

Antragstellung: Antrag auf Übernahmeprämie, Bescheinigung der zuständigen Stelle, Bestätigung des Insolvenzverwalters, Erklärung des vorherigen Ausbildungsbetriebes, De-minimis-Erklärung des Antragstellers

IV. Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen: Beantragung bis 31. Juli 2021

Bilden Kleinstunternehmen trotz Einstellung des Geschäftsbetriebes aufgrund von Corona-Anordnungen weiter aus, kann ein einmaliger Lockdown-II-Sonderzuschuss in Höhe von 1.000 Euro pro Auszubildender/ -em beantragt werden.

Voraussetzungen
– Betrieb mit max. 4 Beschäftigten
– Franchise-NehmerInnen werden einzeln und nicht im Gesamtunternehmensverbund bewertet
– Die Geschäftstätigkeit musste aufgrund Corona-bedingter, behördlicher Anordnung eingestellt oder stark eingeschränkt werden
– Die Ausbildung wurde seit November 2020 an mindestens 30 Arbeitstagen im eigenen Betrieb oder im Rahmen einer Auftrags- oder Verbundausbildung fortgesetzt

Einschränkung
Ausbildungen werden nicht bezuschusst, wenn die Auszubildenden Ehegatten oder Verwandte ersten Grades der Betriebsinhaberin oder des -inhabers sind. Bei Bezug eines „Zuschusses zur Vermeidung von Kurzarbeit“, ist eine Förderung mit dem Lockdown-II-Sonderzuschuss ausgeschlossen.

Antragstellung: Antrag auf Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen, Bescheinigung der zuständigen Stelle, Kleinbeihilfen-Erklärung des Antragstellers

Weitere Informationen: https://wirtschaft-seenplatte.de/finanzierung-foerderung/