Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat eine Jahresbilanz zur wirtschaftlichen Entwicklung im Land gezogen.

Aufgrund der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie sank das Bruttoinlandsprodukt in MV im 1. Halbjahr 2020 preisbereinigt um 5,2 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum – der stärkste Rückgang seit Bestehen des Landes. Selbst im Krisenjahr 2009 sank die Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr (-3,6 Prozent) nicht so stark.

Stark betroffene Branchen in MV sind der Einzelhandel, der Dienstleistungsbereich und der Tourismus. Die Industrie konnte zwar während des ersten Lockdowns überwiegend produzieren, trotzdem waren die Auswirkungen erheblich. Teilweise unterbrochene Lieferketten, damit verbundene Verzögerungen bei Zulieferungen sowie Exportschwierigkeiten erschwerten die Situation. Der zweite Lockdown erschwert in vielen Branchen den begonnenen wirtschaftlichen Aufwind des Sommers. 

Die Landesregierung steuerte mit zahlreichen Maßnahmen seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 gegen: Zuschüsse als Soforthilfe, die Umsetzung und Ergänzung der Überbrückungshilfen, Liquiditätshilfen in Form von rückzahlbaren Zuwendungen, Unterstützung für Ausbildungsbetriebe, Kurzarbeiter und polnische Pendler.

Wirtschaftsminister Glawe ist für das kommende Jahr optimistisch, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bestmöglich bewältigt werden. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet er  mit einem coronabedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung  zwischen -5,0 bis -5,5 Prozent. Die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Leistung erwartet Glawe vor dem Hintergrund einer zügigen Bewältigung der Corona-Krise 2021 wie die Bundesregierung im positiven Bereich. Beim Bruttoinlandsprodukt erwartet Glawe ebenfalls einen Anstieg von etwa + 4,4 Prozent.

Auf dem Arbeitsmarkt MV‘s konnte durch die intensive Nutzung des Kurzarbeitergeldes bisher eine große Zahl von Entlassungen vermieden werden.

2020 wurden für 71 Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft insgesamt rund 23,54 Millionen Euro Zuschüsse für Investitionen im Gesamtbetrag von 113,73 Millionen Euro bewilligt. Diese werden rund 222 neue Arbeitsplätze schaffen und 1.271 Arbeitsplätze sichern (Stand: 03.12.2020).

Corona-Unterstützung-Programme im Überblick

Soforthilfe: Es wurden 36.424 Anträge bewilligt. Ausgezahlt wurden vom Landesförderinstitut M-V 348,1 Millionen Euro. (Antragsstellung endete am 31. Mai 2020) 

Neustart-Prämie: Bewilligt wurden von der Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) 604 Anträge mit einem Volumen von 946.000 Euro. (Stand: 15.12.2020) 

Unterstützung für Ausbildungsbetriebe: 442 Anträge mit einem Volumen von 5,4 Millionen Euro. Unterstützt werden damit 2.217 Auszubildende. (Antragsfrist endete am 31. Juli 2020)

Ergänzung Überbrückungshilfe I:
343 Anträge wurden mit einem Volumen von 5,2 Millionen Euro bewilligt Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Überbrückungshilfe des Bundes mit monatlichen Festbeträgen für die Personalaufwendungen, die nicht durch Kurzarbeitergeld abgedeckt sind, unterstützt. Dabei wurden die Personalkosten für Beschäftigte, die teilweise noch in Kurzarbeit sind, anteilig berücksichtigt.

Liquiditätshilfe I:
2.189 Anträge wurden mit einem Volumen von 97,9 Millionen Euro bewilligt. (Antragsfrist endete am 31. Juli 2020)

PM/WM