Nach der sehr erfolgreichen ersten Jobmesse für Geflüchtete am 05.05.2022 in Waren (Müritz), startete die Neubrandenburger Arbeitsagentur unterstützt vom Jobcenter Mecklenburgische Seenplatte-Süd, der Neuwoges und der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte GmbH, bereits sechs Wochen später, am 21.06.2022, eine erfolgreiche Neuauflage im Neubrandenburger HKB.

Mit einer fast ebenso großen, wenn nicht sogar größeren Resonanz. Bereits zur Messeeröffnung um 10 Uhr waren die Stände der 40 ausstellenden und sich präsentierenden Unternehmen aller Branchen sowie zahlreicher Institutionen und Organisationen wie Anbieter von Integrations- und Sprachkursen, die Hochschule Neubrandenburg, die IHK Neubrandenburg und das Welcome Center MSE von MessebesucherInnen umlagert. Allein in den ersten zwei Messestunden kamen mehr als 470 Geflüchtete – UkrainerInnen aber auch Geflüchtete anderer Nationen – ins Haus der Kultur und Bildung, um sich über Jobs in und um Neubrandenburg zu informieren. „Die anwesenden Unternehmen sind alle sehr mit den geführten Gesprächen, dem echten Interesse der BesucherInnen und ihren teils hervorragenden Qualifikationen zufrieden“, sagte Arbeitsagenturchef Thomas Besse. „Etliche haben bereits einen Folgetermin mit InteressentInnen vereinbart – teils bereits morgen. Andere Unternehmen planen, ob des großen Interesses, eigene Informationsveranstaltungen. Das bestätigt uns in der Richtigkeit und Dringlichkeit der Jobmesse. Wies es sich ja auch bereits in Waren abgezeichnet hat. Hier wurden bereits mehr als zehn Arbeitsverträge unterzeichnet. Andere sind kurz vor Abschluss.“

Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Fachkräften zwar kurzzeitig gebremst. Nun suchen Unternehmen aller Branchen allerdings wieder händeringend nach Personal. Im Mai 2022 registrierten die Arbeitgeberservice-Teams von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis mehr als 3.300 freie Arbeitsstellen. Und monatlich werden es 400 bis 600 mehr.

„Ohne Zuwanderung haben wir gegen den Fachkräftemangel keine Chance – schon demografiebedingt“, meint Thomas Besse. „Die Geflüchteten sind auf dem Arbeitsmarkt in der Seenplatte gefragt. Dass heute so viele Interessierte auf der Messe sind, zeigt gleichzeitig, wie groß ihr Bedürfnis nach Arbeit und Integration ist.“

Dennoch gibt es Hürden, die vor einer Arbeitsaufnahme überwunden werden müssen. Die Sprachbarriere gehört dazu. „Für viele Arbeitsstellen braucht es zumindest vage Deutschkenntnisse. Auch die Anerkennung der ukrainischen Berufsabschlüsse wird nicht in ein paar Tagen gelingen. Denn auch, wenn Anfang März 2022 die Massenzustrom-RL 2001/55/EG für den vorübergehenden Schutz ukrainischer Staatsangehöriger aktiviert wurde, Geflüchtete damit einen Aufenthaltstitel erhalten, zeitnah in den Bezug von Sozialleistungen kommen und dem Arbeitsmarkt schnell zur Verfügung stehen – wenn die zuständige Ausländerbehörde die Erlaubnis zum Arbeiten erteilt – gilt die Arbeitserlaubnis nicht für reglementierte Berufe. Hier ist weiterhin eine Anerkennung der ausländischen beruflichen Qualifizierung erforderlich sowie eine entsprechende sprachliche Qualifikation. Wofür die Arbeitsagentur schnell und unbürokratisch Hilfe zusagt.

WMSE/AS