Im November 2021 waren in der Mecklenburgischen Seenplatte mit 9.863 Menschen und einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent 73 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Oktober 2021 und 1.358 weniger als im November 2020.

„Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen  ist untypisch für einen November“, sagte Arbeitsagenturchef Thomas Besse. „In den letzten fünf Jahren vor der Corona-Pandemien verzeichneten wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von Oktober auf November von durchschnittlich 465 Personen.“

Aufgrund der sich weiter verschärfenden Fachkräfteengpässen in vielen Branchen haben Unternehmen und Betriebe ihre Suche nach Arbeitskräften in den Herbst hinein verlängert. „Allerdings stellen Material- und Lieferengpässe, sowie wachsende Rohstoff- und Energiepreise Betriebe und Unternehmen zunehmend vor große Herausforderungen“, weiß der Arbeitsagenturchef.

Der Arbeitsmarkt bleibt deutlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt: „Wir haben in den vergangenen Monaten eine Erholung am Arbeitsmarkt beobachtet, über die wir uns sehr gefreut haben. Allerdings wird die Arbeitslosigkeit – wie für die Jahreszeit üblich – aller Voraussicht nach im Dezember steigen.“ Nach Ansicht des Arbeitsagenturchefs gefährden die aktuell steigenden Corona-Fallzahlen die wirtschaftliche Erholung auf den Arbeitsmarkt.

Die Corona-Pandemie hat besonders langzeitarbeitslose Menschen hart getroffen. Insgesamt sind 4.890 Menschen (50 Prozent) länger als 12 Monate arbeitslos. Damit ist jede/r zweite Arbeitslose in der Seenplatte ein Jahr und länger arbeitslos.  „Mit anhaltender wirtschaftlicher Erholung muss es ein Anliegen aller Arbeitsmarktakteure bleiben, Langzeitarbeitslosen eine echte Perspektive durch Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu bieten“, sagt Besse. „Die Zahlen zeigen dabei deutlich: Der Einsatz von Kurzarbeit verhindert eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit.“

Bis Mitte November wurde für 234 Menschen aus 16 Betrieben im Landkreis vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Nach aktuellen Hochrechnungen befanden sich im Juni diesen Jahres 3.051 Mitarbeitende aus 629 Unternehmen im Landkreis in Kurzarbeit.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Seenplatte im Überblick

  • Arbeitslose im November 2021: 863 Arbeitslose, -73 zu Oktober 2021, -1.358 zu November 2020
  • Arbeitslosenquote in der Seenplatte: 7,6 Prozent
  • Überdurchschnittlicher Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit
  • Mehr als 2.900 freie Stellen
  • Niedrigste Quote in Röbel mit 6,2 Prozent, höchste Quote in Demmin mit 10 Prozent
  • Corona-Pandemie hat besonders langzeitarbeitslose Menschen hart getroffen

Ausbildungsmarkt: Verlängerung durch „5. Quartal“ sorgt für Bewegung

Auch im November suchen Unternehmen und Betriebe noch nach passenden BewerberInnen, um die zum klassischen Ausbildungsstart im September noch unbesetzt gebliebenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Durch die Corona-Pandemie ist es zu einer Verzögerung am Ausbildungsmarkt gekommen. Dennoch haben zahlreiche Unternehmen der Region die Chance des „5.Quartals“, der Verlängerung am Ausbildungsmarkt, genutzt und im November noch freie Stellen gemeldet, gehen so die Herausforderung Fachkräftenachwuchs offensiv an.“

Gemeldete Arbeitsstellen

Auf hohem Niveau bewegt sich weiterhin die Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen. Insgesamt haben die Betriebe seit Jahresbeginn dem Arbeitgeberservice-Team von Arbeitsagentur und Jobcentern im Landkreis 6.375 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet. Über alle Branchen hinweg bestehen Einstiegschancen.

Die größte Nachfrage gab es im November 2021 aus den Bereichen: Gesundheits- und Sozialwesen (399); verarbeitenden Gewerbe (377); Baugewerbe (360); Gastgewerbe (343) und Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (333).

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