„Für mich war es die beste Entscheidung, mit Abitur eine Ausbildung anzufangen“. Dieses Fazit zieht Elisa Tabea Hartke, die sich derzeit im 2. Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau bei den Stadtwerken Greifswald befindet. Nach dem Abitur stand für die 22-Jährige zunächst fest, studieren zu wollen. Warum, wußte sie allerdings nicht so recht und brach das Studium nach einem Semester ab, weil es sie nicht zufrieden stellte und nicht zu ihren Erwartungen passte. Hartke entschied sich für eine Ausbildung und sagt heute: „Ich bin damit unglaublich zufrieden. Ich habe das Gefühl, Menschen zu helfen, meine Arbeit wird anerkannt und ich kann das Gelernte aus der Berufsschule direkt anwenden, werde in meiner Ausbildung individuell in meinen Stärken gefördert und gefordert. Außerdem – eine Ausbildungsvergütung zu erhalten ist super.“

Damit wendet sich Elisa Tabea Hartke direkt an die AbiturientInnen dieses Jahres, sich ebenfalls für eine duale Ausbildung zu entscheiden.

„Das duale Berufsausbildungssystem hat bislang in allen Krisensituationen seine Belastungsfähigkeit unter Beweis gestellt und zeigt sich aktuell auch den jetzigen Herausforderungen der Corona-Krise gewachsen“, so der Tenor einer gemeinsamen Aktion der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, der Agenturen für Arbeit Neubrandenburg und Greifswald, der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und des Bauernverbandes. Diese Partner rufen in diesen Tagen ausdrücklich die diesjährigen Schulabgänger der Gymnasien auf, sich jetzt für eine Berufsausbildung im östlichen Mecklenburg-Vorpommern zu bewerben. Trotz der momentanen Corona-Situation ist die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe ungebrochen hoch. Es gebe eine Vielzahl noch unbesetzter Ausbildungsstellen in den Ausbildungsbörsen der Partner, die nur auf die richtigen Bewerber warten.

Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neubrandenburg dazu: „Die beruflichen Chancen sind so gut wie schon lange nicht mehr. Unsere Wirtschaft braucht dringend Auszubildende zur Sicherung der Fachkräftebedarfe. Eine duale Ausbildung kann für AbiturientInnen eine tolle Alternative zum Studium sein. Die Karrierechancen mit einer Ausbildung sind vielfältig. Man kann seinen Meister machen, einen Betrieb übernehmen oder einen Fachwirt aufsetzen. Das müssen wir Jugendlichen und Eltern noch stärker bewusst machen. Meine Empfehlung: Junge Menschen sollen den Weg einzuschlagen, der zu ihnen und ihren Talenten passt“.

Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern ergänzt: „Nach der dualen Berufsausbildung ist noch lange nicht Schluss auf der Karriereleiter in den Unternehmen der Region. Mit der Höherqualifizierenden Berufsbildung beispielsweise kann direkt nach der Berufsausbildung durchgestartet und wichtige spezielle Fach- und Führungsaufgaben in Unternehmen übernommen werden“.

Rotraud Geiger, Bildungsreferentin beim Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern erklärt abschließend: “Gleich drei Möglichkeiten stehen Abiturienten im Bereich der Landwirtschaft offen: Berufsausbildung, duales Studium oder Vollzeit-Studium. Bei der Ausbildung zum Landwirt, Tierwirt, Pflanzentechnologe oder zur Fachkraft Agrarservice können Abiturienten auf Antrag sogar gleich ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen. Das duale Studium an der Hochschule Neubrandenburg verknüpft zudem eine verkürzte Berufsausbildung mit dem Studium der Agrarwirtschaft“.

PM/IHK