Am 1. März 2020 trat das viel diskutierte Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) in Kraft. Dieses soll es deutschen Unternehmen erleichtern, in der sich verschärfenden Fachkräftesituation unkomplizierter als bisher auch auf Fachkräfte aus Drittstaaten zugreifen zu können.

Damit diese nach Deutschland einreisen können, benötigen sie im Wesentlichen einen Arbeitsvertrag, die Anerkennung der Gleichwertigkeit ihrer Qualifikation bzw. eine nachzuweisende Anpassungsqualifizierung innerhalb von zwei Jahren und nachzuweisende Sprachkenntnisse. Die Zeit von der Kontaktaufnahme mit der ausländischen Fachkraft bis zur Einreisebewilligung soll durch das beschleunigte Fachkräfteverfahren deutlich verkürzt werden.

In Berufen mit besonders großem Fachkräftemangel können Unternehmen durch Vermittlungsabsprachen der Bundesagentur für Arbeit Fachkräfte selbst ohne festgestellte Gleichwertigkeit der Qualifikation gewinnen. Das Anerkennungsverfahren muss dann innerhalb von drei Jahren nachgeholt werden.

Ausbildungsbetriebe können Azubis gewinnen, indem sie geeigneten Bewerbern in Drittstaaten einen Ausbildungsvertrag anbieten. Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen zur Suche eines Ausbildungsplatzes unter strengen Anforderungen an deutsche Sprachkenntnisse und schulische Bildung selbstständig nach Deutschland einreisen.

Das FEG erlaubt jedoch nur qualifizierte Zuwanderung oder Zuwanderung, die Qualifizierung zum Ziel hat. Die Nachfrage von Unternehmen nach ungelernten Arbeitskräften wird damit nicht abgedeckt. Hier empfiehlt es sich nach wie vor, sich ggf. auch mit der Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung zu befassen. Wichtige Ansprechpartner hier sind das Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge (www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de) mit dem Regionalbotschafter Christian Schröder, Personalleiter des Hotel- und Sportressorts Fleesensee der 12.18. Unternehmensgruppe. Bereits seit drei Jahren aktiv in der Integration von Geflüchteten arbeiten im Hotel- und Sportressort Fleesensee bereits heute knapp 490 Mitarbeiter aus 17 Nationen – acht davon mit Fluchthintergrund. Befragt zu seinen Erfahrungen sagt Christian Schröder, er wünsche sich, dass es perspektivisch einfacher wird, ausländische Fachkräfte einzustellen und dass die Menschen in der Region sich dafür öffnen:

„Die Hotellerie lebt von ihrer Weltoffenheit und der Bereitschaft, auch neue Wege auszuprobieren. Anfangs mussten wir einige Hürden überwinden: Auf der einen Seite komplizierte Bürokratie, mangelnde Mobilität und lückenhafte Sprachkenntnisse der Geflüchteten. Auf der anderen Seite galt es, Akzeptanz in der Beleg- aber auch Kundschaft zu schaffen. Doch auch wenn der Aufwand manchmal etwas größer ist: Es lohnt sich!“ Christian Schröder, SCHLOSS Fleesensee